Kultur

Neue Anzeige wegen Vergewaltigung gegen Patrick Bruel

Gegen den Sänger und Schauspieler Patrick Bruel ist in Nanterre eine weitere Anzeige wegen des Verdachts der Vergewaltigung eingereicht worden. Die Justiz muss nun über das weitere Vorgehen entscheiden.

Nanterre – 10.07.2026: Gegen den französischen Sänger und Schauspieler Patrick Bruel ist eine weitere Anzeige wegen des Verdachts der Vergewaltigung eingereicht worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld des Verfahrens ging die Anzeige am 24. Juni bei der Staatsanwaltschaft von Nanterre ein. Damit wächst ein Komplex, in dem bereits mehrere Frauen Vorwürfe gegen den 67-Jährigen erhoben haben.

Die neue Anzeige ist zunächst ein Verfahrensschritt, keine gerichtliche Feststellung. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre muss prüfen, welche Ermittlungen sie veranlasst und ob sie das Verfahren mit bereits laufenden Untersuchungen verbindet. Angaben zu den konkreten Umständen, zum mutmaßlichen Tatort oder zur Identität der Anzeigenden wurden nicht veröffentlicht. Der Schutz der Betroffenen hat in diesem Stadium besonderes Gewicht.

Bruel war am 10. Juni 2026 in vier Verfahren unter anderem wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Belästigung formell beschuldigt worden. Die Ermittlungsrichter stellten ihn anschließend unter richterliche Aufsicht; einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft wiesen sie nicht in dieser Form um. In weiteren Dossiers hat er den Status eines assistierten Zeugen, der zwischen bloßer Zeugenschaft und formeller Beschuldigung liegt.

Bereits Anfang Juli waren drei zusätzliche Anzeigen bekannt geworden. Zwei davon betrafen Vorwürfe der Vergewaltigung, eine weitere den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs auf eine Minderjährige. Diese Beschwerden waren nach Angaben der Anwälte der betroffenen Frauen am 25. Juni und am 1. Juli bei Justizstellen in Nanterre sowie bei der für Teile der Ermittlungen zuständigen Pariser Kriminalpolizei eingereicht worden.

Für die Ermittler bedeutet jede neue Anzeige zunächst eigene Prüfungen: Aussagen müssen gesichert, mögliche Zeugen gesucht und Zeitabläufe abgeglichen werden. Auch die Frage einer möglichen Verjährung kann je nach behauptetem Tatzeitpunkt eine Rolle spielen. Dass mehrere Vorgänge öffentlich bekannt sind, ersetzt dabei keine individuelle Beweisprüfung. Über Schuld oder Unschuld entscheidet allein ein Gericht nach Abschluss des Verfahrens.

Patrick Bruel bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nach früheren Erklärungen seiner Verteidigung. Zu der nun bekannt gewordenen Anzeige war am Freitag zunächst keine ausführliche Stellungnahme seiner Anwälte veröffentlicht. Für die Staatsanwaltschaft in Nanterre steht damit eine weitere Entscheidung in einem Verfahren an, das für die Betroffenen, den Beschuldigten und die Öffentlichkeit gleichermaßen von großer Tragweite ist.

Quellen

  • AFP via Ouest-France
  • TF1 Info
  • Le Monde
  • Mediapart

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).