Kultur

Neue Kinowoche: Glaubenskämpfe am Fjord, Bluegrass in Oklahoma

Frankreichs Kinostarts vom 19. August führen von Cristian Mungius Cannes-Sieger "Fjord" über das Südstaatendrama "Oklahoma Honey" bis zu Jérémy Comtes Jugendfilm "Paradise".

Paris – 22.08.2026: Frankreichs neue Kinowoche vereint Filme, die wenig gemeinsam haben und gerade deshalb ein bemerkenswertes Programm ergeben. Seit Mittwoch, dem 19. August, laufen ein Cannes-Sieger, ein amerikanisches Südstaatendrama und eine französisch-kanadische Geschichte über zwei Jugendliche an fernen Küsten. Hinzu kommen ein australischer Klassiker in restaurierter Fassung und ein Animationsfilm für Familien.

Die prominenteste Premiere ist "Fjord" von Cristian Mungiu. Der rumänische Regisseur erhielt für das Drama im Mai die Goldene Palme des 79. Filmfestivals von Cannes. Nach seinem Erfolg mit "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" im Jahr 2007 gewann er damit zum zweiten Mal den Hauptpreis an der Croisette. Seine neue Geschichte spielt in einer norwegischen Landschaft, deren steile Felsen und kaltes Wasser weit mehr sind als eine malerische Kulisse.

Im Zentrum steht ein streng gläubiges rumänisch-norwegisches Ehepaar, das sich mit seinen Kindern in einem Dorf am Ende eines Fjords niederlässt. Sebastian Stan und Renate Reinsve spielen die Hauptrollen. Die Vorstellungen der Familie von Erziehung, Glauben und Zugehörigkeit geraten mit den sozialen Normen ihrer neuen Umgebung in Konflikt. Mungiu bleibt so dem moralisch unbequemen Kino treu, ohne seine Figuren vorschnell zu verurteilen.

Einen anderen Ton schlägt Andrew Patterson mit "Oklahoma Honey" an. Matthew McConaughey verkörpert Amziah King, einen musikalisch begabten Imker im ländlichen Oklahoma, der eine Gruppe von Bluegrass-Musikern um sich versammelt. Als seine entfremdete Adoptivtochter zurückkehrt, öffnet sich die Aussicht auf Versöhnung. Doch wirtschaftliche Rivalen bedrohen das Honiggeschäft und damit die fragile Annäherung. Angelina LookingGlass und Kurt Russell gehören ebenfalls zur Besetzung des 130 Minuten langen Dramas.

"Paradise" von Jérémy Comte ist zurückhaltender angelegt. Der französisch-kanadische Film verbindet die Lebenswege zweier Jugendlicher, die in Ghana und Québec aufwachsen und beide ihre Väter verloren haben. Daniel Atsu Hukporti und Joey Boivin-Desmeules spielen die jungen Männer. In 93 Minuten erzählt Comte von Trauer und der Suche nach Halt über große geografische und soziale Entfernungen hinweg.

Das Wochenprogramm bietet zudem zwei Gegenakzente. Ted Kotcheffs australischer Thriller "Wake in Fright" von 1971 kehrt in restaurierter 4K-Fassung auf die Leinwand zurück. Seine fiebrige Schilderung einer abgelegenen Minenstadt hat nichts von ihrer Beklemmung verloren. An Familien richtet sich dagegen "Marius und das Königreich der Meere": Im Animationsfilm muss ein Seeschlangenkind ausgerechnet mit seiner Angst vor dem Schwimmen zurechtkommen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Festival de Cannes
  • Centre national du cinéma et de l'image animée
  • AlloCiné
  • L'Officiel des spectacles
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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