Marseille – 19.09.2026: Auf der Avenue du Prado, einer der meistbefahrenen Straßen Marseilles, haben Motorradpolizisten einen Wagen gestoppt, an dessen Steuer ein neunjähriger Junge saß. Die Beamten waren auf das Fahrzeug aufmerksam geworden, weil es unsicher und in Schlangenlinien fuhr. Nach Angaben der Polizei war der Junge nicht angeschnallt.
Auf dem Beifahrersitz saß der Vater des Kindes. Er hielt ein weiteres, jüngeres Kind auf dem Schoß, das ebenfalls nicht gesichert war. Die Polizisten beendeten die Fahrt und nahmen den Mann in Gewahrsam. Der Neunjährige wurde anschließend seiner Mutter übergeben. Die Namen der Familie wurden nicht veröffentlicht.
Der Vorfall ereignete sich am 11. September und wurde einige Tage später durch eine Mitteilung der Polizeidirektion des Départements Bouches-du-Rhône bekannt. Die Avenue du Prado verbindet mehrere dicht bewohnte Viertel im Süden der Stadt. Autos, Busse, Fahrräder und Fußgänger teilen sich dort den Verkehrsraum; eine unkontrollierte Fahrt birgt entsprechend große Risiken.
Die Staatsanwaltschaft Marseille bestätigte Medienberichten zufolge, dass der Vater vor Gericht erscheinen soll. Das Verfahren soll nach bisherigem Stand als sogenannte vorherige Schuldanerkennung geführt werden. Dieses vereinfachte französische Strafverfahren setzt voraus, dass ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten anerkennt. Über den Vorschlag der Staatsanwaltschaft und die rechtlichen Folgen entscheidet dennoch ein Richter.
Gegen den Mann stehen der Verdacht des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und der Beihilfe dazu im Raum. Auch wenn der Vater nicht selbst am Steuer saß, soll er seinem Sohn die Fahrt ermöglicht haben. Medien berichteten zudem, die Beamten hätten im Ablagefach der Beifahrertür ein Springmesser gefunden. Ob dieser Fund Gegenstand des weiteren Verfahrens ist und welcher konkrete Vorwurf sich daraus ergeben könnte, wurde bislang nicht öffentlich mitgeteilt. Für den Vater gilt die Unschuldsvermutung.
Kinder dieses Alters können Geschwindigkeit, Bremswege und das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer nicht zuverlässig einschätzen. Hinzu kommt, dass die Bedienung eines Autos Körpergröße, Kraft und eine koordinierte Reaktion voraussetzt. Nach den veröffentlichten Schilderungen hatte der Junge bereits Mühe, die Pedale zu erreichen. Zugleich hätte der Vater vom Beifahrersitz aus kaum wirksam eingreifen können, zumal er das zweite Kind auf dem Schoß hielt.
Zu einem Unfall kam es nach den vorliegenden Angaben nicht. Die Polizei erklärte, mit der Kontrolle sei eine mögliche Gefährdung der Kinder und anderer Verkehrsteilnehmer beendet worden. Der Gerichtstermin des Vaters ist nach Angaben französischer Medien für Januar 2027 vorgesehen.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Le Parisien
- Polizeidirektion Bouches-du-Rhône
- Staatsanwaltschaft Marseille
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).