Der schwarze Sandstrand von Nonza steht im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Das Unternehmen Corsica Ressources plant, dort Nickel zu fördern, um Batterien für Elektroautos herzustellen. Doch dieses Projekt sorgt für heftige Kontroversen.
Ein ehrgeiziges Vorhaben
Corsica Ressources, eine Tochterfirma des kanadischen Unternehmens Aurania Resources, will 35.000 Tonnen Nickel aus den Stränden von Nonza und Albo gewinnen. Das Metall soll anschließend in Fabriken im Norden Frankreichs zu rund einer Million Batterien weiterverarbeitet werden.
Eine innovative Abbaumethode
Laut Stefan Ansermet, dem Verantwortlichen von Corsica Ressources, soll der Abbau mit einer speziellen Saugbaggertechnik erfolgen. Eine schwimmende Plattform würde den sandhaltigen Nickelschlamm aufnehmen, ohne die Oberfläche des Strandes zu stören. Magnetische Trennverfahren sollen das Nickel extrahieren – und das ganz ohne Chemikalien. Eine Weltneuheit in puncto umweltfreundlichem Bergbau, so Ansermet.
Umweltbedenken
Doch es gibt massive Kritik. Die Umweltorganisation U Levante warnt, dass die betroffenen Strände aus Abfallmaterial der ehemaligen Asbestmine von Canari bestehen. Diese wurde 1965 geschlossen, aber die Ablagerungen könnten noch gefährliche Asbestfasern enthalten. Durch den Abbau könnten diese freigesetzt werden – mit potenziell gravierenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.
Widerstand aus der Region
Auch die Bürgermeister von Nonza und Ogliastro lehnen das Projekt ab. Sie befürchten Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Eine Online-Petition gegen den Nickelabbau hat bereits über 21.000 Unterschriften gesammelt.
Politische Zurückhaltung
Im korsischen Regionalparlament wurden ebenfalls kritische Stimmen laut. Guy Armanet, Präsident des Umweltamtes von Korsika, betonte, dass jede Nutzung natürlicher Ressourcen strenge Umweltauflagen erfüllen müsse. Ob das Projekt grünes Licht bekommt, bleibt fraglich.
Die Auseinandersetzung um den Nickelabbau zeigt einmal mehr das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz – eine Debatte, die Korsika noch länger beschäftigen dürfte.