Politik & Gesellschaft

Nicolas Dupont-Aignan tritt 2027 erneut zur Präsidentenwahl an

Der Vorsitzende von Debout la France hat in Yerres seine vierte Kandidatur angekündigt. Er wirbt für einen Austritt Frankreichs aus der Europäischen Union.

Yerres – 19.09.2026: Nicolas Dupont-Aignan hat seine Kandidatur für die französische Präsidentenwahl 2027 offiziell angekündigt. Der Vorsitzende der souveränistischen Partei Debout la France erklärte am Samstag bei einer Parteiveranstaltung in Yerres im Département Essonne, Frankreich müsse die Europäische Union verlassen. Nach seinen Kandidaturen von 2012, 2017 und 2022 bewirbt er sich damit zum vierten Mal um das höchste Staatsamt.

Dupont-Aignan begründet den angestrebten Austritt mit dem Ziel, nationale Entscheidungsbefugnisse zurückzugewinnen. Er verbindet diesen Kurs mit Forderungen nach strengeren Grenzkontrollen, einer eigenständigen Wirtschafts- und Energiepolitik sowie mehr direktdemokratischen Abstimmungen. Ein Referendum soll den Austrittsprozess politisch legitimieren. Seine Behauptung, er sei der einzige Bewerber mit diesem Ziel, beschreibt seine eigene Positionierung im entstehenden Kandidatenfeld und ist keine amtliche Feststellung.

Seine europapolitische Linie koppelt Dupont-Aignan an wirtschaftliche Versprechen. Er will die Steuern auf Kraftstoffe und die Produktionssteuern senken sowie zwei Millionen Arbeitsplätze nach Frankreich zurückholen. Zur Finanzierung verweist er unter anderem auf die Abschaffung von Subventionen für Windkraft- und Solaranlagen in Höhe von zwölf Milliarden Euro. Unabhängig geprüfte Berechnungen, die sämtliche Einnahmen und Ausgaben des angekündigten Programms abbilden, lagen zunächst nicht vor.

Ein Austritt Frankreichs aus der Europäischen Union wäre rechtlich an Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union gebunden. Die französische Regierung müsste dem Europäischen Rat ihre Absicht mitteilen. Danach würden beide Seiten ein Abkommen über die Bedingungen des Austritts und ihre künftigen Beziehungen aushandeln. Ohne Vereinbarung endete die Anwendung der europäischen Verträge grundsätzlich zwei Jahre nach der Mitteilung, sofern alle Beteiligten die Frist nicht einvernehmlich verlängerten.

Mit seiner Ankündigung knüpft Dupont-Aignan an eine seit Jahren vertretene souveränistische Linie an. Bei der Präsidentenwahl 2012 erhielt er 1,79 Prozent der gültigen Stimmen. Im Jahr 2017 erzielte er mit 4,70 Prozent sein bislang bestes Ergebnis; vor der Stichwahl unterstützte er Marine Le Pen. 2022 erreichte er 2,06 Prozent. Bei allen drei Antritten blieb er damit unter fünf Prozent.

Die Erklärung in Yerres macht Dupont-Aignan noch nicht zu einem offiziell zugelassenen Kandidaten. Für die Teilnahme an der Präsidentenwahl benötigt jeder Bewerber 500 Unterstützungsunterschriften gewählter Mandatsträger. Diese müssen aus mindestens 30 Départements oder überseeischen Gebietskörperschaften stammen; aus einem einzelnen Gebiet darf höchstens ein Zehntel der erforderlichen Unterschriften kommen. Der Verfassungsrat prüft die Unterstützungen und veröffentlicht anschließend die endgültige Kandidatenliste. Dupont-Aignans vierte Bewerbung beginnt daher mit einer politischen Ankündigung; die formale Zulassung folgt erst nach diesem Verfahren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Journal du Dimanche
  • EUR-Lex

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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