Nürnberg – 14.10.2026: Achtzig Jahre nach den Nürnberger Urteilen hat Niklas Frank, der Sohn des NS-Verbrechers Hans Frank, in einem Beitrag des französischen Senders Franceinfo über die Hinrichtung seines Vaters gesprochen. Der 87-Jährige sagte, er sei froh, dass dieser gehängt worden sei. Die Äußerung fällt kurz vor den 80. Jahrestag der Vollstreckung der Todesurteile am 16. Oktober 1946.
Hans Frank gehörte zu den ranghöchsten Funktionären des nationalsozialistischen Regimes, die sich nach dem Krieg vor dem Internationalen Militärgerichtshof verantworten mussten. Als Generalgouverneur im besetzten Polen leitete er eine deutsche Besatzungsverwaltung, unter deren Herrschaft das Land ausgebeutet, die Bevölkerung terrorisiert und jüdische Menschen deportiert und ermordet wurden. Zuvor war der Jurist ein enger Berater Adolf Hitlers gewesen.
Das Tribunal sprach Frank am 1. Oktober 1946 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig und verurteilte ihn zum Tod durch den Strang. Das Urteil wurde in der Nacht zum 16. Oktober im Gefängnis des Nürnberger Justizpalasts vollstreckt. Hermann Göring, ebenfalls zum Tode verurteilt, entzog sich der Hinrichtung wenige Stunden zuvor durch Suizid.
Niklas Frank setzt sich seit Jahrzehnten öffentlich mit der Rolle seines Vaters auseinander. Seine kompromisslose Ablehnung steht im Gegensatz zu den Versuchen zahlreicher früherer NS-Funktionäre, ihre Verantwortung nach 1945 abzustreiten oder zu verharmlosen. Zugleich macht seine Haltung deutlich, wie die Verbrechen des Regimes und die Schuld einzelner Täter auch deren Familien über Generationen belasteten.
Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess hatte am 20. November 1945 im Schwurgerichtssaal 600 des Justizpalasts begonnen. 21 führende Vertreter des NS-Regimes standen dort vor Gericht; gegen Martin Bormann wurde in Abwesenheit verhandelt. Nach 218 Verhandlungstagen wurden zwölf Angeklagte zum Tode verurteilt, drei erhielten lebenslange und vier langjährige Freiheitsstrafen. Drei Angeklagte wurden freigesprochen.
Der Prozess markierte einen Einschnitt in der Geschichte des Völkerstrafrechts. Führende Politiker, Militärs und Funktionäre mussten vor einem internationalen Gericht persönlich für Angriffskrieg, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einstehen. Die Verfahren schufen wesentliche Grundlagen für die spätere internationale Strafjustiz, auch wenn deren Zuständigkeit und Durchsetzung bis heute von der Zusammenarbeit der Staaten abhängen.
Das Memorium Nürnberger Prozesse dokumentiert die Verhandlungen und ihre Folgen am historischen Ort. Zu den erhaltenen Zeugnissen gehören Akten, Beweisstücke und Aufzeichnungen aus Hans Franks Herrschaft im besetzten Polen. Sie belegen die individuelle Verantwortung hinter den Verbrechen der deutschen Besatzungspolitik.
Quellen
- Franceinfo
- Bundesarchiv
- United States Holocaust Memorial Museum
- Memorium Nürnberger Prozesse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).