Politik & Gesellschaft

Nuñez verteidigt Schengen nach der Migrationskrise in Ceuta

Nach Beratungen der EU-Innenminister über die jüngsten Grenzübertritte nach Ceuta warnt Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez vor nationalen Alleingängen. Die Angaben zum Ausmaß der Massenankunft bleiben allerdings widersprüchlich.

Paris – 04.08.2026: Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hat nach einer Videokonferenz der EU-Innenminister zur Lage in Ceuta das Schengen-System verteidigt. Schengen sei nicht die Ursache der Krise, sondern Teil ihrer Lösung, erklärte Nuñez. Europa müsse seine Außengrenzen gemeinsam schützen, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten vertiefen und eng mit Marokko kooperieren.

Anlass der Beratungen war die außergewöhnliche Lage in der spanischen Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko. Nach Angaben der spanischen Regierung gelangten am 30. und 31. Juli bis zu 72.000 Menschen unerlaubt in das Gebiet; rund 70.000 seien inzwischen nach Marokko zurückgekehrt. Andere international verbreitete Angaben lagen niedriger. Eine einheitliche, abschließende Bilanz der spanischen Behörden lag am Dienstag nicht öffentlich vor.

Die Konferenz fand am 4. August auf Initiative der irischen EU-Ratspräsidentschaft statt. Die Innenminister berieten über die unmittelbaren Folgen der Grenzübertritte und mögliche europäische Reaktionen. In mehreren Mitgliedstaaten hat die Krise erneut die Debatte darüber verschärft, wie sich Kontrollen an den Außengrenzen, Rückführungen und die Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums miteinander vereinbaren lassen.

Nuñez wandte sich gegen eine Gleichsetzung der spanisch-marokkanischen Grenze mit den Binnengrenzen des Schengen-Gebiets. Der Verzicht auf reguläre Kontrollen zwischen den teilnehmenden Staaten setzt nach Auffassung der Europäischen Kommission gemeinsame Polizeiarbeit, behördlichen Datenaustausch und einen abgestimmten Schutz der Außengrenzen voraus. Frankreich selbst hält gleichwohl bis zum 31. Oktober 2026 an vorübergehenden Kontrollen seiner Binnengrenzen fest.

Für Spanien steht zunächst die Rückkehr der nach Ceuta gelangten Menschen im Vordergrund. Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete am 31. Juli, dass Zehntausende nach dem Grenzübertritt wieder nach Marokko gegangen seien. Die marokkanische Regierung nahm demnach zunächst nicht zu den von Madrid genannten Zahlen Stellung. Auch zu den Ursachen, einer möglichen staatlichen Mitwirkung und dem genauen Ablauf der Massenankunft liegen bislang keine gesicherten, übereinstimmenden Angaben vor.

Ceuta verzeichnete bereits vor den jüngsten Ereignissen mehr irreguläre Einreisen auf dem Landweg. Nach Daten spanischer Sicherheitsbehörden waren bis Mitte Juli 2026 deutlich mehr Menschen auf diesem Weg in die Exklave gelangt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die EU-Kommission setzt in ihrer Migrationspolitik auf eine Verbindung aus Außengrenzschutz, Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitstaaten, Vorgehen gegen Schleusernetzwerke und verbindlicher Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten. Wie unterschiedlich diese Schwerpunkte gewichtet werden, prägt die europäische Migrationsdebatte seit Jahren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Le Monde
  • Europäische Kommission
  • Europäische Kommission – Migration und Inneres

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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