Paris – 03.08.2026: Frankreichs kleine Flüsse und Bäche leiden ungewöhnlich früh unter der Dürre. Nach den jüngsten Daten des Nationalen Niedrigwasserobservatoriums ONDE waren Ende Juni 25 Prozent der untersuchten Abschnitte ohne sichtbaren Abfluss oder bereits vollständig ausgetrocknet. Für diesen Zeitpunkt im Jahr ist das der höchste Anteil seit Beginn der landesweiten Erfassung 2012. Die französische Biodiversitätsbehörde OFB spricht von einer historischen und kritischen Lage.
Zum Stichtag 1. Juli registrierte die Behörde 819 kleine Fließgewässer mit trockenen Abschnitten oder unterbrochenem Wasserlauf. Betroffen waren sämtliche Regionen des französischen Mutterlands. Besonders angespannt war die Situation in Bourgogne-Franche-Comté, Grand Est, Centre-Val de Loire, Pays de la Loire, Auvergne-Rhône-Alpes und im Norden von Nouvelle-Aquitaine.
Zu den am stärksten betroffenen Départements zählten Creuse, Deux-Sèvres, Loire, Vendée, Côte-d'Or, Cher, Aveyron und Allier. Eine Zone ausgeprägter Trockenheit erstreckte sich von der Vendée an der Atlantikküste bis in die Region Grand Est. Das ONDE-Netz erfasst vor allem kleinere Gewässer, deren Wasserführung bei ausbleibendem Regen und hohen Temperaturen rasch abnimmt.
Das Umweltministerium hatte bereits am 13. Juli vor einer ungewöhnlich frühen und intensiven Dürre gewarnt. Nahezu ein Drittel der Flussmessstellen meldete demnach Werte unterhalb der saisonalen Tiefstände der vergangenen 20 Jahre. Auch die natürlichen Abflüsse der Loire sanken im Juli auf ein für die Jahreszeit historisch niedriges Niveau. Deshalb begann die Stützung des Niedrigwassers früher als vorgesehen.
Das ONDE-Netz umfasst rund 3.230 Messpunkte in allen Départements des Mutterlands. Beschäftigte der OFB prüfen dort nach einem einheitlichen Verfahren, ob Wasser sichtbar fließt, der Abfluss unterbrochen ist oder das Flussbett trockenliegt. Die Befunde dienen den Präfekturen als Grundlage für örtliche Beschränkungen der Wassernutzung. Solche Anordnungen können je nach Lage etwa Bewässerung, Gartenpflege oder andere Entnahmen begrenzen.
Ökologisch sind kleine Bäche besonders empfindlich. Mit sinkendem Pegel erwärmt sich das verbleibende Wasser schneller; zugleich kann sich seine Qualität verschlechtern. Fische, Amphibien und wirbellose Tiere verlieren Rückzugsräume. Trockene Abschnitte trennen Lebensräume voneinander und erschweren nach einer Dürre die Wiederbesiedlung.
Ob sich die Lage entspannt, hängt nach Angaben der OFB von ergiebigen, länger anhaltenden Niederschlägen ab. Das Umweltministerium hat den Präfekturen Vorgaben für lokale Maßnahmen zur Begrenzung des Wasserverbrauchs übermittelt. Maßgeblich für deren Umfang sind die regionalen Messdaten und die jeweils verfügbare Wasserressource.
Quellen
- Office français de la biodiversité
- Ministerium für ökologischen Wandel
- franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).