Politik & Gesellschaft

Öffentliche Gebäude bei Protesten in Frankreich angegriffen

Am Rand landesweiter Demonstrationen sind in Lyon, Limoges, Marseille und Bordeaux öffentliche Gebäude angegriffen worden. In Limoges und Lyon brachen schwere Brände aus.

Lyon – 17.10.2026: Am Rand landesweiter Proteste sind am Samstag in mehreren französischen Städten öffentliche Gebäude angegriffen und teilweise in Brand gesetzt worden. Besonders schwere Schäden wurden aus Limoges und Lyon gemeldet. In Lyon geriet das Tourismusbüro an der Place Bellecour nach Angriffen auf die Fenster in Brand. In Limoges drangen nach Angaben der Präfektur Personen in das Rathaus ein und legten dort Feuer.

Die Feuerwehr kämpfte am Abend in Limoges weiter gegen die Flammen, die sich bis in den Dachbereich ausgebreitet hatten. Teile der Konstruktion galten während des Einsatzes als einsturzgefährdet. Das historische Rathaus war 1883 eröffnet worden. Zuvor hatten mehrere Tausend Menschen friedlich an der Demonstration teilgenommen. Erst gegen Ende des Zuges kam es zu Gewalt: Vermummte schlugen Scheiben ein, verschafften sich Zutritt zu dem Gebäude und lösten den Brand aus.

Auch in Marseille wurde das Rathaus am Vieux-Port zum Ziel. Mehrere Dutzend Menschen gelangten nach dem Aufbrechen einer Tür kurzzeitig in die Eingangshalle, bevor die Sicherheitskräfte das Umfeld absicherten. Zuvor war eine Dienststelle der kommunalen Polizei im dritten Arrondissement angegriffen worden. Dort gingen Fensterscheiben zu Bruch, zudem wurden Rauchkörper in das Gebäude geworfen. Einen Versuch, Feuer zu legen, verhinderten die Einsatzkräfte nach Angaben der Behörden.

In Bordeaux wurde die offizielle Residenz der Präfektin des Départements Gironde, Sophie Brocas, verwüstet. Zur Unterstützung der örtlichen Kräfte wurde die Spezialeinheit RAID alarmiert. In der Innenstadt kam es außerdem zu Plünderungen und zu einem Brand in der Rue Sainte-Catherine, einer der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt. Die Gewalt richtete sich somit gegen staatliche und kommunale Einrichtungen sowie gegen Geschäfte.

Innenminister Laurent Nuñez sprach am Abend von zahlreichen Angriffen auf öffentliche Gebäude, Polizeidienststellen und Handelsbetriebe. Nach seinem vorläufigen Stand wurden landesweit etwa 400 Menschen festgenommen. Zudem seien 60 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt worden. Zwei von ihnen seien bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht worden. Sämtliche Zahlen waren zu diesem Zeitpunkt noch vorläufig.

Nach Angaben des Innenministers beteiligten sich rund 550.000 Menschen an 110 Demonstrationen in Frankreich. Die Organisatoren nannten dagegen 800.000 Teilnehmer. Die deutliche Differenz entspricht den regelmäßig voneinander abweichenden Zählungen von Behörden und Veranstaltern bei großen Protesttagen. Präsident Emmanuel Macron kündigte strafrechtliche Konsequenzen für Gewalttäter und Plünderer an. Die Regierung berief für den Abend eine interministerielle Krisensitzung unter Leitung von Premierminister Sébastien Lecornu ein.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Präfektur der Gironde
  • Stadt Limoges
  • TF1 Info
  • BeNews

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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