Paris – 09.09.2026: Die Kraftstoffpreise in Frankreich sind erneut gestiegen. Besonders hart trifft dies Haushalte, die für den Weg zur Arbeit, für Einkäufe oder die tägliche Versorgung auf das Auto angewiesen sind. Am Mittwoch lag der landesweite Durchschnittspreis für Diesel bei rund 2,29 Euro je Liter. Superbenzin E10 kostete im Mittel gut 2,12 Euro. Auch andere Benzinsorten verteuerten sich gegenüber der Vorwoche.
Anne-Sophie Alsif, Chefökonomin der Beratungsgesellschaft BDO France und Dozentin für Wirtschaftswissenschaften an der Sorbonne, sprach sich deshalb für gezielte staatliche Hilfen aus. Im Gespräch mit Franceinfo sagte sie, die Unterstützung müsse vor allem jenen Haushalten zugutekommen, die die Mehrkosten am schwersten tragen könnten. Pauschale Entlastungen für alle Verbraucher hält sie für weniger treffsicher.
Die Preisentwicklung hängt nach Angaben der französischen Regierung mit anhaltenden Spannungen auf den Energiemärkten zusammen. Als Ursachen nennt sie Störungen an der Straße von Hormus, militärische Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie Engpässe in der Raffinerieproduktion. Frankreich importiert einen großen Teil seines Rohöls und ist deshalb den Schwankungen der internationalen Märkte unmittelbar ausgesetzt. Steigende Rohölpreise schlagen allerdings nicht eins zu eins auf die Zapfsäulenpreise durch: Hinzu kommen Verarbeitungskosten, Vertrieb und Steuern.
Anfang September verlängerte die Regierung bestehende Hilfen für besonders betroffene Wirtschaftszweige bis Oktober und öffnete den Zugang zu einer Unterstützung für Vielfahrer. Landwirte erhalten weiterhin einen Ausgleich von 15 Cent je Liter. Für weitere Branchen mit hohem Kraftstoffverbrauch gelten eigene Regelungen. Diese Maßnahmen richten sich überwiegend an Unternehmen und Berufsgruppen; viele private Haushalte profitieren davon nur begrenzt.
Alsif verbindet die Forderung nach kurzfristiger Entlastung mit einem langfristigen Umbau des Verkehrs. Frankreich verfüge über Möglichkeiten, seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern, sagte sie. Dazu zählt vor allem ein schnellerer Wechsel zu Elektrofahrzeugen. Er könnte den Ölverbrauch senken, setzt aber ein dichtes Ladenetz, erschwingliche Fahrzeuge und eine verlässliche Stromversorgung voraus. Gerade für einkommensschwache Haushalte bleiben die Anschaffungskosten ein wesentliches Hindernis.
Für Autofahrer lohnt sich weiterhin der Vergleich zwischen einzelnen Verkaufsstellen. Das staatliche Kraftstoffpreisportal veröffentlicht die von Tankstellen gemeldeten Tarife und ermöglicht eine Suche nach Ort und Kraftstoffsorte. Die Angaben zeigen erhebliche regionale und lokale Unterschiede; zudem hängt ihre Aussagekraft vom Zeitpunkt der letzten Aktualisierung ab.
Die bisherigen Hilfen federn damit vor allem Belastungen ausgewählter Berufsgruppen ab. Alsifs Vorschlag zielt zusätzlich auf Haushalte, deren Mobilitätskosten einen besonders großen Teil des verfügbaren Einkommens beanspruchen.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Regierung
- Staatliches Kraftstoffpreisportal
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).