Paris – 26.09.2026: Marie Derain de Vaucresson, die bisherige Präsidentin der unabhängigen französischen Anerkennungs- und Reparaturinstanz Inirr, hat Papst Leo XIV. bei dessen Besuch in Paris getroffen. Nach Angaben aus ihrem Umfeld übergab sie ihm den Abschlussbericht der Einrichtung und bat ihn, die Bischöfe zu konkreten Antworten gegenüber Betroffenen sexueller Gewalt in der katholischen Kirche anzuhalten.
Der Termin fand am Samstag vor der Weiterreise des Papstes nach Lourdes statt. Dort soll Leo XIV. am Sonntag, 27. September, sieben Personen treffen, die als Minderjährige durch Priester oder andere kirchliche Verantwortliche missbraucht wurden. Die Begegnung ist Teil der vier Tage dauernden Frankreichreise des Papstes vom 25. bis 28. September, die ihn nach Paris, Lourdes und Metz führt.
Derains Anliegen betrifft vor allem die Verantwortung der Diözesen im Umgang mit den Folgen lange zurückliegender Taten. Die Inirr war nach den Enthüllungen der unabhängigen Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch in der Kirche geschaffen worden. Sie sollte Betroffenen zuhören, die Plausibilität ihrer Schilderungen prüfen und Anerkennung sowie finanzielle und symbolische Formen der Wiedergutmachung organisieren.
Die Bilanz der Instanz verweist auf das Ausmaß des Bedarfs. Seit März 2022 gingen bei der Inirr 1969 Anträge ein; 1765 Betroffene erhielten bis September 2026 eine Antwort. Die Einrichtung endete nach fünf Jahren am 31. August. Ihre Aufgaben gingen an die neue dauerhafte nationale Instanz Iniave über, die mit regionalen Ansprechpartnern und diözesanen Anlaufstellen arbeitet.
Gerade dieser institutionelle Übergang ist für viele Betroffene sensibel. Die Inirr war als eigenständige Stelle außerhalb der kirchlichen Hierarchie angelegt, auch wenn ihre Finanzierung aus dem Umfeld der französischen Bischofskonferenz stammte. Die neue Struktur soll dauerhaft arbeiten, wird aber von Teilen der Betroffenenvertretungen kritisch begleitet, weil die Rolle der Diözesen im Verfahren größer wird.
Der Abschlussbericht, den Derain dem Papst überreichte, erhält damit eine über Frankreich hinausreichende Bedeutung. Er dokumentiert ein Verfahren, das Anerkennung nicht auf eine Geldzahlung reduziert, sondern Gespräche, schriftliche Anerkennung und auf Wunsch Kontakte mit kirchlichen Verantwortlichen vorsieht. Derain verlangte von Leo XIV. eine deutliche Unterstützung dieses Anspruchs gegenüber den Bischöfen.
Die Bitte richtet sich an einen Papst, dessen Frankreichreise erstmals eine Begegnung mit Missbrauchsbetroffenen in Lourdes vorsieht. Die sieben Teilnehmer treten dabei in eigener Person auf und nicht als Vertreter aller Opfergruppen. Derain hatte bereits vor der Reise darauf hingewiesen, dass eine breiter organisierte kollektive Aussprache den Erfahrungen und Forderungen vieler Betroffener eher entsprochen hätte.
Quellen
- Franceinfo
- Pressestelle des Heiligen Stuhls
- Inirr
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).