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Paare in Frankreich heiraten immer später

Viele Paare geben sich erst nach langen gemeinsamen Jahren das Jawort. Neue Zahlen zeigen, wie deutlich das durchschnittliche Heiratsalter in Frankreich gestiegen ist.

Paris – 05.09.2026: Für viele Paare in Frankreich markiert die Hochzeit längst nicht mehr den Beginn des gemeinsamen Lebens. Sie heiraten erst, wenn sie bereits seit Jahren zusammenwohnen, beruflich Fuß gefasst oder eine Familie gegründet haben. Franceinfo schildert den Fall von Priscilla und Gérald, die sich nach 18 gemeinsamen Jahren das Jawort gaben. Ihre Geschichte steht für eine Entwicklung, die sich auch in der amtlichen Statistik ablesen lässt.

Nach vorläufigen Angaben des französischen Statistikamts Insee waren Frauen bei Eheschließungen mit einem Mann im Jahr 2025 durchschnittlich 37,5 Jahre alt, Männer 39,8 Jahre. Zehn Jahre zuvor hatte das mittlere Heiratsalter noch bei 35,1 beziehungsweise 37,7 Jahren gelegen. Die Verschiebung vollzieht sich somit seit längerer Zeit und betrifft beide Geschlechter.

Im Jahr 2024 wurden in Frankreich 248.174 Ehen geschlossen. Die Statistik umfasst Trauungen im europäischen Staatsgebiet und in den fünf Überseedepartements, unabhängig vom Wohnort der Eheleute. Aus der Gesamtzahl geht allerdings nicht hervor, wie lange die Paare vor ihrer Hochzeit bereits zusammen waren. Sie zeigt vor allem, dass die Ehe trotz veränderter Lebensläufe eine rechtlich und gesellschaftlich wichtige Form der Bindung bleibt.

Zu dieser Entwicklung tragen mehrere Faktoren bei. Das Zusammenleben ohne Trauschein ist weithin akzeptiert. Zugleich nehmen Ausbildung, Berufseinstieg und der Aufbau wirtschaftlicher Eigenständigkeit häufig mehr Zeit in Anspruch als früher. Eine Hochzeit gilt deshalb seltener als Voraussetzung für einen gemeinsamen Haushalt. Sie kann stattdessen eine bereits erprobte Partnerschaft öffentlich bestätigen und rechtlich absichern.

Daneben steht Paaren in Frankreich seit 1999 der zivile Solidaritätspakt Pacs offen. Er schafft einen rechtlichen Rahmen, ohne eine Eheschließung vorauszusetzen. Für manche Paare ist der Pacs eine dauerhafte Alternative, für andere eine Zwischenstufe. Eine spätere Hochzeit kann etwa wegen erbrechtlicher Regelungen, familiärer Veränderungen oder des Wunsches nach weitergehender gegenseitiger Absicherung an Bedeutung gewinnen.

Bei gleichgeschlechtlichen Paaren lag das durchschnittliche Heiratsalter 2025 noch höher. Frauen waren bei der Trauung im Mittel 39 Jahre alt, Männer 44,5 Jahre. Nach der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare im Mai 2013 hatte zunächst ein Nachholeffekt eingesetzt, weil sich auch zahlreiche ältere Paare trauen ließen.

Die Zahlen geben weder über persönliche Beweggründe noch über die Dauer einzelner Beziehungen Auskunft. Erkennbar ist jedoch eine neue zeitliche Ordnung: Die rechtliche Bindung folgt heute häufig erst Jahre nach dem Beginn einer längst gefestigten Partnerschaft.

Quellen

  • Franceinfo
  • Institut national de la statistique et des études économiques

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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