Paris – 23.07.2026: Die Glaswände sind beim Padel kein Hindernis, sondern Teil des Spiels. Bälle prallen zurück, Wege werden kürzer, Ballwechsel dauern länger. Was lange als kompakte Variante des Tennis galt, hat sich in Frankreich binnen weniger Jahre zu einer der sichtbarsten Rückschlagsportarten entwickelt. Das Interesse reicht von Neulingen bis zu erfahrenen Vereinsspielern.
Seine Dynamik liegt im Format. Gespielt wird meist zu viert auf einem deutlich kleineren Feld als im Tennis; die Wände dürfen einbezogen werden. So entstehen rasch längere Ballwechsel, auch wenn Technik und Spielverständnis noch nicht weit entwickelt sind. Der erste Erfolg stellt sich schneller ein, Fehler wirken weniger endgültig. Die Verbindung aus Tempo, Taktik und Geselligkeit erklärt einen wesentlichen Teil des Reizes.
Die Zahlen der Fédération française de tennis zeigen, wie kräftig der Ausbau vorangeschritten ist. Für 2025 meldete der Verband erstmals mehr als 100.000 Padel-Lizenzierte. Zugleich boten 959 Vereine und private Anlagen die Sportart an, ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2024. Nach einer weiteren Verbandsübersicht gab es Ende August 2025 bereits 3.199 Plätze in 1.027 Clubs und Anlagen.
Der Boom verändert die sportliche Landkarte. Okzitanien, Nouvelle-Aquitaine und Provence-Alpes-Côte d'Azur verfügen über besonders viele Courts, doch das Wachstum beschränkt sich längst nicht auf den Süden. In der Île-de-France entstehen Angebote in Tennisvereinen ebenso wie in eigenständigen Hallen. Viele Betreiber setzen auf überdachte Plätze, damit der Spielbetrieb auch im Herbst und Winter verlässlich weiterlaufen kann.
Für traditionelle Tennisclubs ist Padel mehr als ein Zusatzangebot. Die Sportart kann neue Mitglieder gewinnen, bislang wenig genutzte Flächen beleben und einen anderen Zugang zum Rückschlagsport eröffnen. Die Entwicklung muss jedoch nicht als Konkurrenzkampf mit dem Tennis verstanden werden. Beide Disziplinen verlangen Antizipation, Stellungsspiel und Ballkontrolle. Padel belohnt besonders die Abstimmung im Doppel und geduldiges Spiel am Netz.
Mit der Breite wächst auch der sportliche Anspruch. Die Fédération française de tennis baut Wettbewerbe, Ausbildung und Infrastruktur aus, während große Profi-Veranstaltungen die Sichtbarkeit erhöhen. Beim Alpine Paris Major am Stade Roland-Garros erhielt Padel im Juni 2026 erneut eine prominente Bühne in der Hauptstadt. Der Sport bleibt für Einsteiger leicht zugänglich, tritt aber zunehmend in einer professionellen Umgebung auf.
Seine weitere Entwicklung hängt an praktischen Fragen: an qualifizierten Trainern, verfügbaren Hallenzeiten und tragfähigen Vereinsmodellen. Der bisherige Erfolg beruht vor allem auf der niedrigen Einstiegsschwelle. Schläger in die Hand, vier Spieler auf dem Court, sofort Bewegung: Aus diesem unkomplizierten ersten Ballwechsel ist in Frankreich ein strukturierter Sportmarkt geworden.
Quellen
- Franceinfo, Bericht vom 23.07.2026
- Fédération française de tennis, Padel in Zahlen
- Fédération française de tennis, Studie zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).