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Palästinensische Organisationen starten Kampagne zu sexueller Gewalt in israelischer Haft

Ehemalige palästinensische Häftlinge und Menschenrechtsorganisationen haben in Ramallah eine internationale Kampagne gegen sexuelle Gewalt in israelischen Haftanstalten begonnen. UN-Berichte dokumentieren für 2025 mehrere verifizierte Fälle, Israel weist entsprechende Vorwürfe grundsätzlich zurück.

Ramallah – 14.07.2026: Palästinensische Gefangenenorganisationen und frühere Häftlinge haben in Ramallah eine internationale Kampagne gegen sexuelle Gewalt in israelischem Gewahrsam gestartet. Die Initiatoren wollen Aussagen Betroffener dokumentieren, Rechtsbeistand vermitteln und Ermittlungen fördern. Anlass sind Berichte ehemaliger Gefangener über Übergriffe während Verhören und Haftzeiten. Die Vorwürfe betreffen Einrichtungen des israelischen Militärs, der Polizei und des Strafvollzugs.

An der Initiative beteiligen sich nach Angaben der Organisatoren mehrere palästinensische Menschenrechts- und Gefangenenverbände. Sie fordern ein Ende der Straflosigkeit sowie unabhängige Untersuchungen. Die Kampagne verfolgt damit zunächst ein dokumentarisches und politisches Ziel: Einzelne Aussagen sollen systematisch gesichert und internationalen Institutionen zugänglich gemacht werden. Die Organisatoren legten am Dienstag keine öffentlich überprüfbare Gesamtzahl mutmaßlicher Opfer vor.

Die Anschuldigungen stehen jedoch nicht isoliert. Der jüngste Jahresbericht des UN-Generalsekretärs zu konfliktbezogener sexueller Gewalt hält fest, dass die Vereinten Nationen im Jahr 2025 mehrere Fälle sexualisierter Gewalt gegen palästinensische Männer, Frauen und Minderjährige verifiziert haben. Dem Bericht zufolge ereigneten sich die Verstöße vor allem in Haft und bei Verhören. Genannt werden militärische Lager, Gefängnisse des israelischen Strafvollzugs und eine Polizeidienststelle.

Die UN dokumentierte dabei Gewalt gegen 14 Männer, sieben Frauen, neun Jungen und ein Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Diese Zahlen beziehen sich auf überprüfte Einzelfälle und erlauben keinen unmittelbaren Schluss auf das gesamte Ausmaß möglicher Übergriffe. Zugleich weist der Bericht darauf hin, dass Betroffene wegen Drohungen, fehlenden Zugangs zu Rechtsbeistand und der besonderen Abhängigkeit in Haft häufig nicht über Misshandlungen sprechen können.

Israel hat vergleichbare Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und sie als unbegründet oder politisch motiviert bezeichnet. Die israelische Gefängnisverwaltung erklärte in früheren Stellungnahmen, Häftlinge würden nach geltendem Recht behandelt und medizinisch versorgt. Im März 2026 stellte die israelische Militärjustiz ein Verfahren gegen fünf Soldaten ein, denen der Missbrauch eines palästinensischen Gefangenen im Militärlager Sde Teiman vorgeworfen worden war. Die UN-Sonderberichterstatterin für Folter verlangte daraufhin Aufklärung über diese Entscheidung.

Völkerrechtlich sind Folter, Vergewaltigung und jede andere Form sexueller Gewalt gegen Gefangene ausnahmslos verboten. Der politische Ertrag der neuen Kampagne wird deshalb davon abhängen, ob sie neben Zeugenaussagen belastbare Beweismittel sichert und ob israelische Stellen, internationale Organisationen und Gerichte die Vorwürfe unabhängig prüfen können. Der Fall berührt zugleich eine zentrale Frage des Gaza-Krieges: die Kontrolle über Haftbedingungen in einem Konflikt, in dem beide Seiten schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht beklagen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Palestinian Prisoners' Society
  • Vereinte Nationen: Bericht des Generalsekretärs zu konfliktbezogener sexueller Gewalt 2026
  • Vereinte Nationen: Sonderberichterstatterin für Folter
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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