Paris – 05.10.2026: Mathilde Panot, Vorsitzende der Parlamentsfraktion von La France insoumise, hat der französischen Regierung vorgeworfen, auf die Proteste von Schülerinnen und Schülern vor allem mit Polizeieinsätzen zu reagieren. Es gebe eine polizeiliche, aber keine politische Antwort auf deren Unzufriedenheit, sagte Panot am Montag. Ihre Partei unterstütze die Demonstrierenden. Die Kritik richte sich insbesondere gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron.
Die Protestbewegung ist am Montag in ihre dritte Woche gegangen. Nach Angaben des Bildungsministers wurde der Unterricht in 400 bis 500 der rund 3.700 Gymnasien des Landes ganz oder teilweise ausgesetzt. In der Region Île-de-France blieben laut Regionalpräsidentin Valérie Pécresse mehr als 160 Schulen geschlossen. Für Dienstag, den 6. Oktober, haben Schülerorganisationen zu einer weiteren landesweiten Mobilisierung aufgerufen.
Ausgangspunkt waren Mitte September Konflikte an einem Gymnasium in Créteil südöstlich von Paris. Dort protestierten Lehrkräfte und Schüler gegen Personalmangel. Inzwischen hat sich die Bewegung auf große und mittlere Städte ausgeweitet. Zu den Forderungen gehören bessere Lernbedingungen und mehr Personal. Darüber hinaus richtet sich der Protest gegen die Bildungspolitik der Regierung und gegen die soziale Unsicherheit vieler Jugendlicher.
Die Sicherheitslage hat den politischen Konflikt verschärft. Innenminister Laurent Nuñez setzte in der vergangenen Woche Bereitschaftspolizei und mobile Einheiten der Gendarmerie ein. Nach Angaben des Innenministeriums kam es am 1. Oktober landesweit zu 1.949 Festnahmen. Die Behörden begründen das Vorgehen mit gewaltsamen Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Angriffen auf Einsatzkräfte. Nuñez warf einzelnen Mandatsträgern vor, Spannungen gegenüber der Polizei zu verschärfen.
Panots Erklärung ist der Versuch ihrer Partei, sich hinter die Schülerbewegung zu stellen, ohne deren Eigenständigkeit offen infrage zu stellen. La France insoumise führt die Proteste auf eine seit Jahren kritisierte Spar- und Steuerungspolitik im Bildungswesen zurück. Regierungsvertreter und konservative Politiker warnen dagegen vor einer parteipolitischen Vereinnahmung der Bewegung. Sie verweisen auf die Verantwortung des Staates, Schüler, Lehrkräfte und Schulgebäude zu schützen.
Premierminister Sébastien Lecornu hatte am Sonntag verlangt, den Unterricht überall dort wieder aufzunehmen, wo dies sicher möglich sei. Zugleich kündigte die Regierung fünf Arbeitsvorhaben an, mit denen sie auf Forderungen aus den Schulen reagieren will. Konkrete Ergebnisse lagen am Montag noch nicht vor. Bildungsminister Édouard Geffray begründete die Unterrichtsausfälle mit Sicherheitsvorkehrungen vor dem Aktionstag.
Auch die Gewerkschaft Confédération générale du travail will sich am Dienstag an den Kundgebungen beteiligen. Generalsekretärin Sophie Binet kündigte an, Gewerkschaftsmitglieder sollten bei den Demonstrationen präsent sein, damit die Jugendlichen ihr Demonstrationsrecht sicher ausüben könnten.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- RTL
- La Chaîne Parlementaire
- TF1 Info
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).