Paris – 22.08.2026: Die Stadt Paris hat nach eigenen Angaben 253 Menschen in Notunterkünften untergebracht, die zuletzt vor dem Rathaus von Paris Centre lebten. Viele von ihnen waren nach der Räumung eines Lagers vor dem Sitz des Samusocial de Paris im 13. Arrondissement dorthin gezogen. Unter den Betroffenen sind vor allem obdachlose Migrantinnen und Migranten sowie Familien mit Kindern.
Das Lager am Samusocial war am 13. August von staatlichen Stellen geräumt worden. Nach Angaben der Stadt hatten sich auf dem Gelände in den Wochen zuvor zeitweise rund 400 Menschen aufgehalten, darunter mindestens 150 Minderjährige. Andere Berichte nannten für die Nacht vor der Räumung bis zu 450 Personen. Die Pariser Verwaltung kritisierte, dass für zahlreiche Familien keine dauerhafte Unterkunft bereitgestanden habe.
Noch am Abend der Räumung versammelten sich viele Betroffene vor dem Rathaus von Paris Centre im 3. Arrondissement. Dort erfassten die Sozialdienste nach Darstellung der Kommune den jeweiligen Hilfebedarf. Besonderes Augenmerk galt demnach Kindern, alleinstehenden Frauen und weiteren Schutzbedürftigen. Die jetzt gemeldete Unterbringung von 253 Menschen ist das konkrete Ergebnis dieses Einsatzes.
Unklar ist, wie viele der zuvor im Lager lebenden Menschen weiterhin ohne Unterkunft sind. Die Stadt verweist darauf, dass die staatlich finanzierte Notunterbringung grundsätzlich in die Verantwortung des Staates fällt. Sie fordert deshalb zusätzliche Plätze in der gesamten Region Île-de-France. Ihre Sozialteams begleiteten die noch am Rathaus verbliebenen Familien weiter, teilte die Kommune mit.
Die Räumung hat den seit Langem schwelenden Konflikt über fehlende Unterkünfte in der Hauptstadt verschärft. Auf dem Gelände vor dem Samusocial hatten Menschen mehrere Wochen lang ausgeharrt und eine Unterkunft sowie die Bearbeitung ihrer sozialen oder aufenthaltsrechtlichen Situation verlangt. Die Präfektur begründete die Auflösung des Lagers mit den Bedingungen vor Ort und mit Gefahren für Gesundheit und Sicherheit.
Der Samusocial de Paris gehört zu den wichtigsten Anlaufstellen für Menschen ohne festen Wohnsitz in der Hauptstadt. Dass sich unmittelbar vor seinem Sitz ein großes Lager bildete, weist auf die Überlastung des Hilfesystems hin. Bei der jährlichen Erhebung Nuit de la Solidarité wurden im Januar 2026 in Paris 3.857 Menschen ohne Unterkunft gezählt. Das waren 350 mehr als im Vorjahr.
Die Unterbringung der 253 Menschen hat die Lage vor dem Rathaus vorerst entschärft. Nach Auffassung der Stadt können kommunale Sofortmaßnahmen jedoch keine ausreichende, vom Staat finanzierte Notunterbringung ersetzen. Ohne zusätzliche Kapazitäten drohe Familien nach Räumungen weiterhin die Rückkehr auf die Straße.
Quellen
- Franceinfo
- Stadt Paris
- Mairie de Paris Centre
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).