Paris – 19.09.2026: Der Pariser Erzbischof Laurent Ulrich hat die für den 26. September geplante Großmesse von Papst Leo XIV. gegen Kritik verteidigt. Eine solche Feier im öffentlichen Raum überschreite keine Grenze der laizistischen Republik, erklärte Ulrich am Samstag. Nach Angaben des Erzbistums haben sich fast 600.000 Menschen angemeldet. Wegen des großen Andrangs werden die vorgesehenen Flächen im Zentrum von Paris erweitert.
Die Messe soll am Samstag, 26. September, um 15 Uhr beginnen. Der Altar wird auf dem Place de la Concorde errichtet; die Flächen für die Teilnehmer erstrecken sich entlang der Champs-Élysées. Zusätzlich plant das Erzbistum einen Ausweichbereich am Place de l'Étoile und auf der Avenue de la Grande-Armée. Die Anmeldung wurde am 16. September geschlossen.
Ulrich stützt seine Argumentation auf das französische Verständnis von Laizität. Dieser Grundsatz verpflichtet staatliche Stellen zur Neutralität gegenüber Religionen, untersagt Gläubigen jedoch nicht, ihren Glauben öffentlich auszuüben. Das Gesetz vom 9. Dezember 1905 über die Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften schützt die Gewissensfreiheit und gewährleistet die freie Religionsausübung, solange die öffentliche Ordnung gewahrt bleibt.
Damit unterscheidet das französische Recht zwischen der Neutralität des Staates und der Freiheit der Bürger. Religiöse Veranstaltungen sind im öffentlichen Raum grundsätzlich möglich, müssen aber wie andere Großereignisse Vorgaben zu Sicherheit, Verkehr und Ordnung erfüllen. Auch die französische Regierungsstelle für Laizität verweist darauf, dass Gläubige und Nichtgläubige ihre Überzeugungen gleichberechtigt äußern dürfen, während öffentliche Einrichtungen selbst weltanschaulich neutral bleiben.
Der Besuch von Leo XIV. in Frankreich ist für den 25. bis 28. September vorgesehen. In Paris soll der Papst am Freitagabend, dem 25. September, in Notre-Dame de Paris beten. Zudem ist ein Treffen mit jungen Menschen im Stade de France in Saint-Denis geplant. Die Freiluftmesse am folgenden Tag ist der größte Programmpunkt seines Aufenthalts in der Hauptstadt.
Die Wahl des Place de la Concorde und der Champs-Élysées begründet das Erzbistum mit der erforderlichen Kapazität. Nach seinen Angaben wirken rund 12.000 Freiwillige an der Organisation des Pariser Besuchs mit. Hinzu kommen umfangreiche Aufgaben für Polizei, Rettungsdienste und Verkehrsbehörden, da mehrere zentrale Plätze und Achsen für die Menschenmenge gesichert werden müssen. Die Messe bleibt eine kirchliche Veranstaltung; staatliche und kommunale Stellen sind für die Ordnung rund um das angekündigte Massenereignis zuständig.
Quellen
- Franceinfo
- Erzbistum Paris
- Légifrance
- Regierungsstelle für Laizität
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).