Paris – 18.10.2026: Nach den Ausschreitungen am Rande der landesweiten Demonstrationen vom Samstag fordert der Französische Verband der Händlervereinigungen staatliche Finanzhilfen für betroffene Geschäfte. Vor allem in Paris wurden Läden geplündert oder beschädigt. Der Verband spricht von einer dramatischen Lage für Händler, deren Betriebe unter zerstörten Schaufenstern, Warenverlusten und erzwungenen Schließungen leiden.
Die Kundgebungen vom 17. Oktober richteten sich gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Lage an Schulen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez beteiligten sich landesweit rund 550.000 Menschen an 110 Demonstrationen; Gewerkschaften und weitere Organisatoren nannten 800.000 Teilnehmer. Für Paris meldete das Innenministerium 110.000 Demonstrierende. Die große Mehrheit der Versammlungen verlief nach Behördenangaben friedlich.
In mehreren Städten kam es jedoch zu Zusammenstößen, Bränden und Plünderungen. Nuñez meldete am Abend rund 400 Festnahmen im ganzen Land. In Paris konzentrierten sich die Schäden auf mehrere Viertel. Bereits am Nachmittag hatte die Polizeipräfektur 163 Festnahmen in der Hauptstadt registriert. Spätere Angaben deuteten darauf hin, dass sich die Lage bis in den Abend weiter verschärfte.
Bürgermeister Emmanuel Grégoire verurteilte die Gewalt und sprach von systematisch verwüsteten Straßen. Die Stadtverwaltung unterschied ausdrücklich zwischen friedlichen Demonstrierenden und Gruppen, die Geschäfte sowie öffentliche Einrichtungen angriffen. Paris sagte den betroffenen Gewerbetreibenden und ihren Beschäftigten Unterstützung zu. Städtische Dienste wurden eingesetzt, um Trümmer zu beseitigen, Straßen zu reinigen und beschädigte öffentliche Räume zu sichern.
Die Forderung des Händlerverbandes reicht über die reguläre Versicherungsabwicklung hinaus. Für kleine Betriebe können wenige Tage ohne Umsatz, verbunden mit Reparaturkosten und vernichteten Warenbeständen, erhebliche Liquiditätsprobleme auslösen. Nach früheren städtischen Unruhen hatten der Staat, die Region Île-de-France und die Stadt Paris zeitweise Hilfsprogramme für betroffene Unternehmen eingerichtet. Ob die Regierung diesmal ein vergleichbares Instrument vorbereitet, war am Sonntagvormittag nicht bekannt.
Der Verband hatte die Regierung bereits vor den Protesten vor Gefahren für die Innenstädte gewarnt. Nach eigenen Angaben vertritt er 6.000 lokale Handels- und Handwerksvereinigungen. In einem Schreiben an den Premierminister verlangte er einen wirksamen Schutz der Geschäftsviertel. Als Belastungen nannte er Umsatzausfälle infolge eingeschränkter Zugänge, vorsorglicher Schließungen und vandalismusbedingter Schäden.
Für die betroffenen Händler kommen zur politischen Unruhe unmittelbare wirtschaftliche Verluste hinzu. Die Stadt übernimmt im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Wiederherstellung beschädigter Straßen und öffentlicher Flächen. Für die Ermittlungen wegen der Plünderungen und Zerstörungen sind Polizei und Justiz verantwortlich.
Quellen
- Franceinfo
- Stadt Paris
- Französischer Verband der Händlervereinigungen
- Associated Press
- Le Monde
- Reuters via Boursorama
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).