Paris – 03.10.2026: Die Veranstalter der Pariser Marche des Fiertés haben rechtsextreme Gruppen und deren Unterstützer für unerwünscht erklärt. Die von ihnen vertretenen Werte seien mit den Zielen der Pride unvereinbar, sagte der Co-Vorsitzende des Dachverbands Inter-LGBT am Samstag. Die Demonstration richtet sich an lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und queere Menschen sowie an ihre Verbündeten.
Die Marche des Fiertés von Paris und der Region Île-de-France findet an diesem Samstag statt. Inter-LGBT organisiert die Kundgebung, an die sich nach Angaben des Verbands ein großes Abschlusskonzert auf der Place de la Bastille anschließt. Ursprünglich war die Demonstration für Ende Juni vorgesehen; später wurde sie auf den 3. Oktober verlegt.
Die Erklärung des Verbands zielt auf Gruppierungen, die sich selbst der LGBTQIA+-Gemeinschaft zurechnen, denen jedoch Verbindungen zur extremen Rechten zugeschrieben werden. Inter-LGBT sieht deren Positionen im Widerspruch zu den Forderungen der Pride: rechtliche und gesellschaftliche Gleichbehandlung, Schutz vor Diskriminierung und die Anerkennung unterschiedlicher Lebensweisen. Der Ausschluss ist damit ausdrücklich politisch begründet.
Die Veranstalter verstehen den Demonstrationszug nicht als bloßes Straßenfest. Er soll zugleich öffentlichen Druck für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten erzeugen. Das diesjährige Motto hebt Solidarität und Vielfalt hervor und bezieht Unterstützerinnen und Unterstützer ausdrücklich ein. Inter-LGBT organisiert die Pariser Pride seit mehr als zwei Jahrzehnten und vereint zahlreiche Verbände und Initiativen aus Paris und der umliegenden Region.
Die Auseinandersetzung um rechtsextreme Präsenz hat eine Vorgeschichte. Bereits 2025 löste die angekündigte Teilnahme eines identitären Kollektivs an der Pariser Demonstration landesweite Kritik aus. Organisatoren und mehrere unterstützende Verbände warnten damals, eine solche Beteiligung könne grundlegende politische Gegensätze verwischen und rechtsextremen Akteuren zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen.
Auch die Stadt Paris reagierte vor der diesjährigen Demonstration auf Anfeindungen. Ende September kündigte sie eine Strafanzeige an, nachdem unter einem Beitrag zur Pride zahlreiche rassistische, homophobe, transfeindliche und islamfeindliche Kommentare veröffentlicht worden waren. Neben der politischen Abgrenzung gehört deshalb der Schutz der Teilnehmenden und betroffener Minderheiten zum unmittelbaren Kontext der Veranstaltung.
Mit der öffentlichen Ansage zieht Inter-LGBT eine klare Grenze für die Zusammensetzung des Demonstrationszugs. Wer politische Positionen vertritt, die der Verband als Angriff auf Gleichheit und Minderheitenrechte bewertet, soll die Pride nicht zur eigenen Selbstdarstellung nutzen. Das Abschlussprogramm ist auf der Place de la Bastille vorgesehen.
Quellen
- Franceinfo
- Inter-LGBT
- Stadt Paris
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).