Aktuell · 07.07.2026 06:26
Paul McCartneys intime Aufnahmen: “Eyes of the Storm” eröffnet im Musée Granet in Aix-en-Provence
Rund 250 Fotografien, die Paul McCartney zwischen Dezember 1963 und Februar 1964 aufnahm, sind erstmals in Frankreich zu sehen. Die Schau im Musée Granet in Aix-en-Provence beleuchtet die frühen Beatles-Jahre aus der Perspektive eines…
Aix-en-Provence – 07.07.2026: Im Musée Granet hat eine Ausstellung eröffnet, die ein weltbekanntes Gesicht aus ungewohnter Perspektive zeigt. "Paul McCartney, Photographe, 1963–64: Eyes of the Storm" versammelt nach Angaben des Museums rund 250 Aufnahmen, die McCartney während der frühen Phase des Beatles-Ruhms machte. Es ist die erste Station der Schau in Frankreich; die Präsentation läuft vom 4. Juli 2026 bis zum 3. Januar 2027.
Die Fotografien entstanden zwischen Dezember 1963 und Februar 1964, in einem Moment, in dem die Beatles den Sprung von der britischen Sensation zur globalen Ikone vollzogen. McCartney dokumentierte Bandkollegen, Crew und Umfeld auf Tour, in Hotelzimmern, auf Flughäfen und hinter der Bühne. Die Nähe des Blicks prägt die Serie: Sie zeigt Pausen, Blicke, Gesten – flüchtig, unprätentiös und doch präzise genug, um Ton und Temperatur dieser Wochen spürbar zu machen.
Kuratiert wurde die Schau von Paul McCartney mit Sarah Brown für MPL Communications sowie Rosie Broadley für die National Portrait Gallery in London. Das Musée Granet präsentiert die Auswahl als französische Premiere und ordnet sie museal ein: nicht als Fan-Andenken, sondern als historische Bildzeugnisse. Die Zusammenarbeit mit der National Portrait Gallery, wo das Material zuvor wissenschaftlich aufgearbeitet und ausgestellt wurde, stärkt diesen Anspruch.
Die Hängung setzt auf Rhythmus und Nähe: Porträts wechseln mit Straßenszenen, Gruppenbilder mit Momenten des Wartens. Technisch bleiben die Arbeiten bewusst schlicht – überwiegend Schwarzweiß, gelegentlich körnig oder unscharf. Gerade das Unpolierte trägt: Es verweist auf die Umstände des Unterwegsseins und gibt den Bildern eine Direktheit, die über Pose und Mythos hinausführt. Wer die Schau besucht, trifft nicht nur auf Ikonen, sondern auf einen jungen Musiker mit Kamera, der versucht, die eigene Gegenwart festzuhalten.
Für das Publikum bietet das Musée Granet begleitende Führungen, Vorträge und Vermittlungsangebote; Termine nennt das Haus auf seiner Website. Die Ausstellung zielt damit auf Fotografieinteressierte ebenso wie auf Musikliebhaber und ergänzt das Sommerprogramm der Stadt um ein international beachtetes Projekt. Für Aix-en-Provence ist es zugleich eine Gelegenheit, Popgeschichte im Museumskontext zu reflektieren – mit dem Blick aus dem Inneren eines kulturellen Umbruchs.
"Eyes of the Storm" verbindet intime Beobachtung mit Zeitgeschichte. Die Bilder laden dazu ein, den Beginn eines beispiellosen Aufstiegs nicht aus der Distanz, sondern aus der Nähe nachzuvollziehen – und zeigen, wie stark eine Kamera inmitten des Trubels Klarheit schaffen kann.
Quellen
- Musée Granet (offizielle Seite)
- National Portrait Gallery (London)
- Franceinfo
- Le Parisien