Pfizer wird in wenigen Tagen eine Behandlung gegen Covid-19 in Frankreich auf den Markt bringen. Wer wird Zugang zu Paxlovid haben und wie soll es gegen das Virus wirken?
Zwei Jahre nach dem Auftreten von Covid-19 und ein Jahr nach den ersten Impfungen wird nun eine innovative Behandlung gegen Covid-19 auf den Markt kommen. Der Name: Paxlovid. Es wurde von dem amerikanischen Pharma-Konzern Pfizer entwickelt, der bereits an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus beteiligt ist. Die Haute Autorité de Santé gab am 21. Januar 2022 grünes Licht für den Verkauf und die Anwendung von Paxlovid.
Für wen ist das neue Medikament bestimmt?
Paxlovid richtet sich an "Erwachsene mit Covid-19, die keine Sauerstofftherapie benötigen und ein hohes Risiko haben, dass sich die Krankheit zu einer schweren Form entwickelt", erklärt die Hohe Behörde für Gesundheit. Er wird an Risikopatienten verabreicht, die nur einen geringen oder keinen Impfschutz haben:
- Patienten über 65 Jahre, bei denen ein Risiko für die Entwicklung schwerer Formen besteht
- Patienten mit Diabetes, Fettleibigkeit, chronische Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Ateminsuffizienz, insbesondere wenn diese Patienten nicht oder nicht vollständig geimpft sind.
- Patienten, die schwer immunsupprimiert sind oder eine Erkrankung mit sehr hohem Risiko für schwere Formen haben (Krebs in Behandlung, Polypathologie, Trisomie 21, seltene Krankheiten unabhängig von ihrem Alter).
Die Verschreibung erfolgt unter strengen Auflagen. Für Paxlovid wurde in Frankreich eine Ausnahmegenehmigung erteilt. 500.000 Paxlovid-Behandlungen wurden von der Regierung für das Jahr 2022 bestellt.
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Was enthält das neue Medikament?
Paxlovid ist ein antivirales Medikament. Es enthält ein neues Molekül, Nirmatrelvir, und Ritonavir, ein antivirales Mittel, das bereits gegen HIV, das AIDS-Virus, im Einsatz ist.
Wie wirkt Paxlovid gegen das Corona-Virus?
Paxlovid soll die virale Replikation stoppen, indem es das dafür notwendige Enzym blockiert.
Wie wirksam ist Paxlovid?
Pfizer versichert, dass Paxlovid das Risiko, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden oder an der Krankheit zu sterben, laut klinischen Studien um etwa 85% senkt. Paxlovid wurde allerdings nur an etwa 2.000 Personen getestet.
Wann soll ein Patient Paxlovid einnehmen?
Es handelt sich bei Paxlovid nicht um eine vorbeugende Behandlung. Das Medikament wird verabreicht, sobald ein Covid-19-Test positiv ist. Es wird empfohlen, die Behandlung so schnell wie möglich und höchstens innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten der Symptome einzunehmen. Nach mehr als fünf Tagen ist das Medikament nicht mehr wirksam.
Wie wird Paxlovid verabreicht?
Paxlovid wird in Form von Tabletten verabreicht: zwei Tabletten mit dem Wirkstoff Nirmatrelvir und eine Tablette Ritonavir. Paxlovid wird zweimal täglich über einen Zeitraum von fünf Tagen oral eingenommen. Die Behandlung kann zu Hause durchgeführt werden.
Gibt es Kontraindikationen?
Das Medikament ist bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz oder schwerer Niereninsuffizienz nicht empfohlen. Es soll auch bei Patienten, die wegen einer Herzrhythmusstörung behandelt werden, oder bei Patienten, die mit Medikamenten gegen Epilepsie behandelt werden, nicht eingesetzt werden. Auch während eine Schwangerschaft ist es kontraindiziert. Anderen medikamentöse Behandlungen der Patienten müssen je nach Art der Behandlung manchmal angepasst oder sogar vorübergehend abgesetzt werden. Die HAS warnt vor einem "erheblichen Risiko von Arzneimittelwechselwirkungen". Als Nebenwirkungen können Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen auftreten.
Ersetzt Paxlovid die Impfung?
Die Behandlung ersetzt die Impfung nicht. "Paxlovid ist nicht dazu bestimmt, als Ersatz für die Impfung gegen SARS-CoV-2 verwendet zu werden", erinnert die Hohe Behörde für Gesundheit. Paxlovid soll ein zusätzliches Instrument zur Ergänzung der Impfungen sein. Es soll vor allem dazu dienen, gefährdeten Menschen die Intensivstation zu ersparen.
Wann kommt Paxlovid auf den Markt?
Paxlovid soll noch Anfang Februar 2022 in Apotheken erhältlich sein. Es muss vom behandelnden Arzt des Patienten verschrieben werden.
Wo wird Paxlovid hergestellt?
Paxlovid wird in Frankreich in der Fabrik Novasep in Mourenx bei Pau hergestellt. Pfizer plant, im Jahr 2022 mindestens 120 Millionen Packungen oder 3,6 Milliarden Pillen zu produzieren.