Politik & Gesellschaft

Pécresse verteidigt Investitionen in die Lyzeen der Île-de-France

Nach Protesten an Schulen verweist Valérie Pécresse auf Milliardeninvestitionen der Region Île-de-France. Doch die Bilanz der Verwaltung beantwortet nicht jede Kritik an Mängeln einzelner Lyzeen.

Paris – 05.10.2026: Nach Protesten für bessere Lernbedingungen hat Valérie Pécresse die Investitionspolitik der Region Île-de-France verteidigt. Die Präsidentin des Regionalrats verwies gegenüber Franceinfo auf Ausgaben für Sanierung, Unterhalt und Ausstattung der Lyzeen. Gerade bei maroden Gebäuden richtet sich die Kritik an die Region: Sie trägt die politische und finanzielle Verantwortung für die öffentlichen Oberstufenschulen.

Diese Zuständigkeit folgt aus der französischen Dezentralisierung. Die Regionen finanzieren Neubauten, Erweiterungen, größere Reparaturen, technische Ausstattung und den laufenden Gebäudeunterhalt. Auch Kantinen, Internate und das technische Personal fallen in ihren Aufgabenbereich. Lehrpläne, Unterricht, Lehrkräfte und pädagogische Aufsicht bleiben dagegen Sache des Staates und seiner Bildungsverwaltung. Bei Protesten an Schulen treffen deshalb häufig Forderungen aufeinander, die sich an unterschiedliche politische Ebenen richten.

Pécresse stützt ihre Antwort auf ein seit 2016 laufendes Investitionsprogramm. Dessen Gesamtvolumen beziffert die Regionalverwaltung inzwischen auf 6,6 Milliarden Euro. Für 2026 seien 1,9 Milliarden Euro für die Lyzeen vorgesehen. Darin enthalten sind Bau- und Sanierungsvorhaben, Instandhaltung, digitale Ausstattung sowie Maßnahmen, mit denen Gebäude besser gegen hohe Temperaturen gewappnet werden sollen.

Seit Beginn des Programms seien 19.000 zusätzliche Schulplätze entstanden, weitere 2.500 sollen 2026 hinzukommen. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler besuchten nach Angaben der Region inzwischen einen Neubau oder ein renoviertes Gebäude. Diese Bilanz gibt allerdings die Sicht der Verwaltung wieder. Ob und wie schnell konkrete Mängel an einzelnen Schulen behoben werden, lässt sich daraus nicht ablesen.

Ende September bewilligte die ständige Kommission des Regionalrats mehr als 34 Millionen Euro für Arbeiten, Wartung und Reparaturen. Rund 11 Millionen Euro sind für die energetische Sanierung des Lycée Paul-Langevin in Sainte-Geneviève-des-Bois vorgesehen. Für den Gebäudekomplex des Lycée de Cachan nennt die Region inzwischen einen Kostenrahmen von 136 Millionen Euro.

Die Schülerproteste machen damit auch die Grenzen einer Gesamtbilanz sichtbar. Hohe Investitionssummen schließen nicht aus, dass Jugendliche vor Ort beschädigte Räume, unzureichenden Hitzeschutz oder verzögerte Bauarbeiten erleben. Zugleich ist bei den Forderungen zu unterscheiden: Für Gebäude und Ausstattung ist die Region verantwortlich, für Personalmangel, Unterrichtsausfälle und Lehrinhalte hingegen der Staat.

Pécresse muss sich daher an beidem messen lassen: am Umfang des Sanierungsprogramms und an dessen Wirkung in den einzelnen Schulen. Der Regionalrat hat das Programm bis 2027 angelegt. Einige Großvorhaben reichen nach den veröffentlichten Planungen deutlich darüber hinaus; die Arbeiten am Lycée Jacques-Decour in Paris sollen bis 2032 dauern.

Quellen

  • Franceinfo
  • Region Île-de-France
  • Französisches Bildungsministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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