Politik & Gesellschaft

Petition fordert landesweite Jagdpause nach Waldbränden

Eine Online-Petition mit mehr als 319.000 bestätigten Unterschriften verlangt ein mindestens dreijähriges Jagdverbot in französischen Waldgebieten, die im Sommer 2026 von Bränden betroffen waren. Derzeit werden Jagdzeiten und mögliche Einschränkungen überwiegend auf Ebene der…

Paris – 31.07.2026: Eine Online-Petition für eine landesweite Jagdpause in von Waldbränden betroffenen Gebieten hat mehr als 319.000 bestätigte Unterschriften erreicht. Die Initiative verlangt vom französischen Staat ein einheitliches Vorgehen für Wälder, die im Sommer 2026 durch Feuer beschädigt wurden. Damit richtet sich die Debatte nun auf die Frage, ob örtliche Entscheidungen der Präfekturen durch eine nationale Regel ersetzt werden sollen.

Die Petition fordert ein vollständiges Verbot aller Jagdformen in den verbrannten Waldmassiven. Dazu zählen die Jagd mit Schusswaffen, die Jagd mit Hunden und die Baujagd. Außerdem verlangen die Initiatoren Schutzbereiche um die Brandflächen, damit Wildtiere in unversehrten Nachbarparzellen Zuflucht finden können. Die Jagdpause soll mindestens drei Jahre dauern und sich auf alle im Sommer 2026 betroffenen Wälder erstrecken.

Nach geltendem Recht werden die allgemeinen Jagdzeiten in Frankreich jährlich durch Präfekturerlasse auf Ebene der Départements festgelegt. Der Präfekt entscheidet dabei nach Stellungnahmen der zuständigen Kommission für Jagd und Wildtiere sowie der Jägerverbände. Für einzelne Arten gelten zusätzliche Vorschriften: Rehe und Wildschweine können unter bestimmten Voraussetzungen bereits vor der allgemeinen Saison und nur mit behördlicher Genehmigung bejagt werden.

Ein automatisches, landesweit geltendes Jagdverbot nach einem Waldbrand sieht diese Regelung nicht vor. Einschränkungen können daher je nach betroffener Fläche, Brandlage und örtlicher Verwaltungsentscheidung unterschiedlich ausfallen. Die Forderung nach einem Moratorium zielt darauf, diese dezentrale Praxis durch eine feste nationale Vorgabe zu ersetzen. Eine Petition schafft jedoch selbst keine rechtliche Sperre für die Jagd.

Die Unterzeichner begründen ihre Forderung mit dem Schutz überlebender Wildtiere, deren Lebensräume, Deckung und Wasserstellen durch Feuer zerstört oder beeinträchtigt sein können. Die Dauer von drei Jahren wird von ihnen als Zeit für die Erholung der Vegetation und die Stabilisierung der Fortpflanzungszyklen vorgeschlagen. Diese Begründung ist eine politische und gesellschaftliche Forderung der Kampagne, keine bereits beschlossene staatliche Maßnahme.

Der französische Biodiversitätsverband OFB verweist grundsätzlich darauf, dass Jagdquoten und Abschusspläne an Beobachtungen von Wildbeständen sowie an land- und forstwirtschaftliche Schäden gekoppelt werden. Präfekten können Quoten für ein ganzes Département oder für einzelne Bewirtschaftungsgebiete festlegen. Bei einem landesweiten Moratorium müssten daher räumlicher Geltungsbereich, betroffene Arten, Ausnahmen und die Folgen für bestehende Abschusspläne rechtlich präzise bestimmt werden.

Die Petition ist an den Premierminister gerichtet und nennt unter anderem Fontainebleau sowie Brandgebiete in Aude, Ardèche und Var. Der aktuelle Stand von mehr als 319.000 bestätigten Unterschriften erhöht den öffentlichen Druck, ersetzt aber weder einen Präfekturerlass noch eine Entscheidung der Regierung. Bis zu einer möglichen nationalen Regelung bleiben die Jagdvorgaben in den betroffenen Départements an die jeweiligen behördlichen Entscheidungen gebunden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Change.org-Petition "Keine Gewehre auf der Asche"
  • Légifrance: französisches Umweltgesetzbuch
  • Französisches Amt für Biodiversität (OFB)

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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