Léry – 20.09.2026: Der sozialistische Abgeordnete Philippe Brun verlangt, wieder zur Vorwahl der demokratischen und sozialen Linken zugelassen zu werden. Bei einer Veranstaltung in Léry im Département Eure forderte der 34-Jährige den Vorsitzenden der Sozialistischen Partei, Olivier Faure, auf, die Entscheidung gegen ihn zurückzunehmen. Brun war am Mittwoch, dem 16. September, aus dem Verfahren ausgeschlossen und von seiner Partei vorläufig suspendiert worden.
Die Organisatoren haben bislang fünf Bewerber bestätigt: Olivier Faure, Jérôme Guedj und Ségolène Royal für die Sozialistische Partei, Raphaël Glucksmann für Place publique sowie Emmanuel Maurel für die Gauche républicaine et socialiste. Der erste Wahlgang ist für den 9. und 10. Oktober vorgesehen. Sollte keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreichen, soll am 16. und 17. Oktober eine zweite Runde folgen.
Brun erklärte französischen Medien zufolge, er wolle außerdem an der ersten Fernsehdebatte am Mittwoch, dem 23. September, teilnehmen. Seine Forderung richtet sich damit an Faure in einer doppelten Rolle: Dieser führt die Partei und bewirbt sich zugleich selbst um die Nominierung. Eine öffentlich bestätigte Entscheidung über Bruns mögliche Wiederaufnahme lag am Sonntag nicht vor.
Hinter dem Ausschluss stehen Vorwürfe von Gewalt gegen Brun. Die Parteiführung begründete seine vorläufige Suspendierung mit aus ihrer Sicht schwerwiegenden Sachverhalten, die strafrechtlich relevant sein könnten. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht abschließend geklärt. Brun bestreitet die Anschuldigungen. Bereits am 16. September erklärte er, Opfer einer verleumderischen Anzeige geworden zu sein, und kündigte eigene rechtliche Schritte an. Damit stehen vorerst zwei einander widersprechende Darstellungen im Raum.
Für die Sozialistische Partei ist der Vorgang besonders heikel, weil Brun Medienberichten zufolge die vorgeschriebene Zahl an Unterstützungsunterschriften für eine Kandidatur erreicht hatte. Sein Ausschluss beruht demnach nicht auf mangelnder innerparteilicher Unterstützung, sondern auf der Suspendierung. Die Vorwahl soll eine gemeinsame Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 vorbereiten. Der Konflikt betrifft deshalb sowohl den Umgang der Partei mit schweren Vorwürfen als auch die Nachvollziehbarkeit des Auswahlverfahrens.
Faure hatte nach der Entscheidung vom 16. September erklärt, es gebe kein politisches Interesse daran, Brun aus dem Wettbewerb zu entfernen. Bruns Unterstützer können daraus jedoch keinen Anspruch auf seine Wiederzulassung ableiten. Solange weder die Suspendierung aufgehoben noch die Entscheidung der Vorwahlkommission geändert wird, bleibt es bei fünf Kandidaten. Die Organisatoren betrachten das Bewerberfeld als bestätigt; der Wahlkampf für die Abstimmung im Oktober hat bereits begonnen.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Europe 1
- TF1 Info
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).