Paris – 17.09.2026: Der sozialistische Abgeordnete Philippe Brun hat nach seinem Ausschluss von der Vorwahl der demokratischen und sozialistischen Linken angekündigt, Strafanzeige zu erstatten. Der Vertreter des Départements Eure weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Am Abend des 16. September erklärte er in der Nationalversammlung, die Partei habe einen Konflikt mit einer früheren Mitarbeiterin politisch gegen ihn verwendet.
Der Nationale Vorstand der Sozialistischen Partei hatte Brun am selben Morgen vorsorglich suspendiert. Seine Bewerbung für die Vorwahl wurde trotz der bereits gesammelten Unterstützerunterschriften nicht bestätigt. Nach Angaben der Partei war die Führung am Vorabend über Sachverhalte unterrichtet worden, die strafrechtlich relevant sein könnten. Der Beschluss fiel bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen.
Die Parteiführung nannte zunächst keine Einzelheiten. Gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse wurden später Vorwürfe aus drei Bereichen erwähnt: Belästigung, körperliche Gewalt und eine möglicherweise unzulässige Beschäftigung von Familienangehörigen. Zugleich betonten die Sozialisten, ihre interne Entscheidung ersetze keine Prüfung durch Ermittlungs- und Justizbehörden. Für Brun gelte die Unschuldsvermutung.
Der Abgeordnete erklärte, ihm seien die konkreten Anschuldigungen nicht bekannt. Seiner Darstellung zufolge wandte sich die frühere Mitarbeiterin nach ihrer Entlassung im Juni wegen schweren Fehlverhaltens an die Parteiführung. Brun sprach von mündlich erhobenen, unbelegten Vorwürfen. Mit der angekündigten Anzeige wolle er eine juristische Klärung herbeiführen. Außerdem behauptete er, Belege für Druck und Belästigungen durch die frühere Mitarbeiterin zu besitzen.
Olivier Faure, Erster Sekretär der Sozialistischen Partei und selbst Bewerber bei der Vorwahl, verteidigte die vorsorgliche Suspendierung. Angesichts der bekannt gewordenen Hinweise sei die Maßnahme unvermeidlich gewesen. Die Partei reagiert damit auf schwerwiegende Anschuldigungen, ohne einer möglichen strafrechtlichen Bewertung vorzugreifen. Die Suspendierung ist keine gerichtliche Feststellung, verhindert aber Bruns Teilnahme am laufenden Auswahlverfahren.
Für den ersten Wahlgang am 9. und 10. Oktober 2026 bleiben fünf Kandidaten zugelassen. Für die Sozialistische Partei treten Olivier Faure, Jérôme Guedj und Ségolène Royal an. Place publique schickt Raphaël Glucksmann ins Rennen, die Republikanische und Sozialistische Linke Emmanuel Maurel. Brun verliert damit den Zugang zu einem Verfahren, für das er nach Angaben der Partei die erforderlichen Patenschaften erhalten hatte.
Ob und wann Brun seine angekündigte Strafanzeige einreicht, war zunächst offen. Bis zu möglichen Ermittlungen oder gerichtlichen Entscheidungen sind die Vorwürfe gegen ihn nicht als erwiesen anzusehen. Fest steht bislang allein die parteiinterne Entscheidung: Brun bleibt suspendiert und darf nicht an der Vorwahl teilnehmen.
Quellen
- Parti socialiste
- Le Monde
- LCP – Assemblée nationale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).