Wirtschaft

Polens Kupferbergbau dringt in mehr als 1.300 Meter Tiefe vor

In der Rudna-Mine in Niederschlesien gewinnt der polnische Konzern KGHM Kupfererz in großer Tiefe. Neue Schächte sollen die Förderung langfristig sichern.

Polkowice – 16.09.2026: Mehr als 1.300 Meter unter Niederschlesien liegt eines der wichtigsten Kupferreviere Europas. Ein aktueller Bericht von France Télévisions aus der Rudna-Mine zeigt, unter welchen Bedingungen der polnische Konzern KGHM dort Erz gewinnt. Die Anlage nördlich von Polkowice gehört nach Unternehmensangaben zu den größten tiefen Kupfererzminen der Welt. Ihre Schächte reichen bis zu 1.348 Meter hinab.

KGHM betreibt Rudna seit 1974. Inzwischen wird dort Erz aus dem eigentlichen Rudna-Feld sowie aus den Bereichen Sieroszowice, Lubin-Małomice und Głogów Głęboki-Przemysłowy gefördert. Zum 31. Dezember 2025 bezifferte das Unternehmen die förderbaren Vorräte dieser vier Lagerstätten auf 315 Millionen Tonnen Kupfererz. Dessen durchschnittlicher Kupfergehalt liegt demnach bei 1,96 Prozent. Solche Konzentrationen machen einen technisch aufwendigen Abbau erforderlich, versprechen bei großen Vorkommen aber langfristige Erträge.

Die Gewinnung erfolgt im sogenannten Kammer-Pfeiler-Verfahren. Bergleute und Maschinen schaffen unter Tage Hohlräume, während stehen gelassene Gesteinssäulen das Gebirge stützen. Sprengungen lösen das Erz aus dem Fels; anschließend bringen Lade- und Förderfahrzeuge das Material aus den Abbaubereichen. Auf den horizontalen Ebenen übernehmen Förderbänder den Haupttransport. Hitze, Enge und Erschütterungen prägen die Arbeit in diesem eng getakteten Betrieb.

Die Tiefe bestimmt auch die Infrastruktur. Nach Angaben von KGHM sind in Rudna elf Schächte in Betrieb. Sie dienen dem Erztransport und der Bewetterung, also der Versorgung der Grube mit Frischluft, sowie der Beförderung von Beschäftigten und Material. Über das bestehende System erschließt der Konzern außerdem das angrenzende Vorkommen Głogów Głęboki-Przemysłowy. Dort vermutet KGHM knapp 227 Millionen Tonnen förderbares Erz mit einem durchschnittlichen Kupfergehalt von 2,48 Prozent.

Für den Konzern ist der Untertagebau das Fundament seiner Wertschöpfung. KGHM bezeichnet sich als Europas größten Produzenten von Kupfer aus eigenen Bergwerken. Im ersten Halbjahr 2026 erzeugte die Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben 351.000 Tonnen zahlbares Kupfer, zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Erz aus den polnischen Gruben wird anschließend unter anderem zu Kupferkathoden und Walzdraht verarbeitet. Kupfer wird vor allem in Stromnetzen, elektrischen Anlagen, Gebäuden und Fahrzeugen benötigt.

Um die Förderung langfristig zu sichern, baut KGHM im nahe gelegenen Retków einen weiteren Schacht. Er soll rund 1.360 Meter tief werden und den Transport von Personal und Material für Rudna verbessern. Zugleich investiert der Konzern in zusätzliche Schächte und modernisiert bestehende Anlagen. Damit soll die Produktion aus tieferen Lagerstätten weiterlaufen, wenn ältere Abbaubereiche erschöpft sind.

Quellen

  • Franceinfo
  • KGHM Polska Miedź – Rudna
  • KGHM Polska Miedź – Halbjahresergebnisse 2026
  • KGHM Polska Miedź – Projekt Głogów Głęboki-Przemysłowy
  • KGHM Polska Miedź – Schachtbau in Retków

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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