Paris – 13.08.2026: Die Polizei hat nach Angaben von Franceinfo das seit mehr als einem Monat bestehende Protestlager vor dem Sitz des Samusocial de Paris geräumt. Rund 400 Menschen, darunter Familien mit Kindern, hatten dort eine sofortige Unterbringung verlangt. Der Einsatz beendete den Protest vor dem Gebäude, nicht aber die Notlage der meisten Betroffenen.
Dem Bericht zufolge stellte der Staat etwa 100 Unterbringungsplätze zur Verfügung. Somit konnte nur ein Viertel der Menschen aufgenommen werden; die übrigen waren erneut ohne gesicherten Schlafplatz. Eine Sprecherin der Unterstützer warf dem Staat eine "kriminelle Politik" vor. Eine amtliche Bilanz des Einsatzes und der tatsächlich vermittelten Unterkünfte lag zunächst nicht vor.
Das Lager war Mitte Juli im 13. Arrondissement entstanden, parallel zu einem Streik von Beschäftigten des Samusocial. Die Gewerkschaft CGT und die Hilfsorganisation Utopia 56 machten auf Familien aufmerksam, die über die Notrufnummer 115 keinen Platz erhalten hatten. Schon zu Beginn der Aktion berichteten Medien von mehr als 200 Menschen vor dem Gebäude; in den folgenden Wochen wuchs das Lager weiter.
Der Samusocial vermittelt im staatlichen Auftrag Notunterkünfte und soziale Hilfen für Wohnungslose. Seine Beschäftigten und unterstützende Organisationen beklagen seit Langem, dass die verfügbaren Plätze nicht ausreichen. Der Konflikt hat sich auch deshalb verschärft, weil Hotelzimmer einen erheblichen Teil der Notversorgung ausmachen. Die Streikenden werfen dem Staat vor, Übernachtungen zu streichen und Familien nach dem Ende saisonaler Hilfen wieder auf die Straße zu schicken. Die Leitung des Samusocial verwies ihrerseits darauf, dass das vorgesehene Jahresbudget für die Unterbringung bereits überschritten sei.
Nach Angaben der Stadt Paris waren im März 2026 etwa 4.500 Menschen untergebracht, darunter 1.200 Angehörige von Familien. Die Kommune fordert zusätzliche staatliche Plätze und dauerhafte Lösungen. Bei ihrer Erhebung im Januar zählte sie außerdem 3.858 Menschen, die ohne Unterkunft im öffentlichen Raum lebten. Weitere 1.400 Angehörige von Familien, darunter 700 Kinder, befanden sich in vorläufigen Schutzunterkünften.
Die Räumung berührt damit einen politischen Streit über Zuständigkeiten und Mittel: Der Staat verantwortet die Notunterbringung, während Stadt, Hilfsorganisationen und Sozialdienste einen großen Teil der Folgen auffangen. Für Familien mit Kindern wiegt die Unsicherheit im August besonders schwer. Medizinische Versorgung, Behördentermine und die Vorbereitung auf das neue Schuljahr sind häufig an Paris gebunden. Die jüngsten städtischen Zahlen erfassen zudem nur einen Teil der Wohnungslosigkeit, belegen aber die anhaltende Überlastung des Pariser Hilfesystems.
Quellen
- Franceinfo
- Samusocial de Paris
- Ville de Paris
- Le Parisien
- Le Media Social
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).