Paris – 08.10.2026: Am Ende einer großen Kundgebung von Schülern und Studierenden auf dem Place de la Bastille ist es am Donnerstagabend zu Spannungen mit der Polizei gekommen. Nach übereinstimmenden Medienberichten setzten die Einsatzkräfte Tränengas und einen Wasserwerfer ein. Die Demonstration war Teil eines landesweiten Aktionstags gegen die aus Sicht der Jugendlichen unzureichende Ausstattung von Schulen und Hochschulen.
Nach Angaben von Franceinfo versammelten sich auf dem Platz im Osten der Hauptstadt mehrere Zehntausend Menschen. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort, nachdem seit dem Morgen in Paris und anderen französischen Städten Blockaden und Demonstrationen gemeldet worden waren. Die Bilder von der Bastille zeigten am Abend eine dichte Menschenmenge und den Einsatz des Wasserwerfers.
Auch an einzelnen Schulen griff die Polizei ein. Am Lycée Hélène-Boucher im Nordosten von Paris räumten Einsatzkräfte nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press eine Blockade, nachdem Jugendliche den Zugang mit Mülltonnen versperrt hatten. Solche Aktionen gehören seit Ende September zum Protestrepertoire der Bewegung, die sich von einzelnen Schulen im Großraum Paris auf weitere Städte ausgeweitet hat.
Die Jugendlichen verlangen bessere Lernbedingungen und zusätzliches Personal im Bildungswesen. Studierendenvertretungen und Gewerkschaften haben sich den Aufrufen angeschlossen. Für Donnerstag waren Medienberichten zufolge mindestens zwölf Kundgebungen zur Unterstützung der Bewegung in Frankreich angekündigt. Damit hat der Protest seinen anfänglich lokalen Charakter verloren und erreicht inzwischen auch Hochschulen und Beschäftigte anderer Bereiche.
Bereits am Dienstag hatten nach Angaben der Regierung mehr als 250.000 Menschen landesweit demonstriert. Gewerkschaften nannten eine deutlich höhere Teilnehmerzahl. Solche Abweichungen sind bei französischen Protesten üblich, weil Behörden und Veranstalter getrennte Zählverfahren anwenden. Einigkeit besteht darüber, dass die Mobilisierung inzwischen weit über einzelne Schulstandorte hinausreicht.
Die Regierung hatte vor dem neuen Aktionstag versucht, die Lage zu beruhigen. Premierminister Sébastien Lecornu wandte sich am Mittwochabend an die Schüler. Vertreter der Schüler und Studierenden sollten am Donnerstag außerdem mit den für Schule und Hochschulen zuständigen Ministern zusammentreffen. Die Organisationen verlangten konkrete Zusagen und warnten davor, die Gespräche auf einen bloßen Austausch über bereits bekannte Forderungen zu beschränken.
Die Kundgebung wirkte sich auch auf den öffentlichen Verkehr aus. Die Pariser Verkehrsbetriebe hatten wegen des Protestzugs Einschränkungen angekündigt. Die Metrostation Bastille sollte auf Anordnung der Polizeipräfektur von 13 Uhr an geschlossen bleiben. Am Abend prägten schließlich Tränengas, der Wasserwerfer und ein starkes Polizeiaufgebot das Ende der Versammlung.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- TV5MONDE
- RATP
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).