Politik & Gesellschaft

Polizei sucht nach Angriff auf trans Frau in Montpellier zwei Männer

Eine 22-jährige trans Frau wurde am 13. August in Montpellier schwer verletzt. Die Polizei sucht zwei Verdächtige und prüft neben mutmaßlicher sexueller Gewalt auch ein transfeindliches Motiv.

Montpellier – 06.09.2026: Mehr als drei Wochen nach dem schweren Angriff auf eine 22-jährige trans Frau in Montpellier sucht die Polizei weiterhin nach zwei Männern. Nach der Schilderung der Betroffenen versuchten die Täter am 13. August zunächst, sie zu vergewaltigen. Anschließend sollen sie die junge Frau mit Glasscherben vielfach verletzt haben. Sie musste wegen zahlreicher Schnittwunden medizinisch behandelt werden.

Die Tat ereignete sich nach den bislang veröffentlichten Angaben am späten Nachmittag im Bereich des Verdanson-Kanals, in einem Tunnel nahe dem Place Albert-Ier. Die Frau hielt sich dort auf, um Graffiti zu betrachten. Gegenüber den Ermittlern gab sie an, die Gewalt habe sich verschärft, nachdem die beiden Männer erkannt hätten, dass sie trans ist. Ihre Aussage ist eine wesentliche Grundlage der laufenden Untersuchung.

Bis Anfang September war nach Angaben von Franceinfo keiner der beiden Verdächtigen festgenommen worden. Die Polizei versucht, die Männer zu identifizieren und den genauen Ablauf zu rekonstruieren. Dabei dürften mögliche Zeugenaussagen und Spuren vom Tatort eine wichtige Rolle spielen. Öffentliche Angaben der Staatsanwaltschaft von Montpellier zum Stand der Ermittlungen und zur vorläufigen rechtlichen Einordnung lagen zuletzt nicht vor.

Ob die Tat strafrechtlich als transfeindlich motivierte Gewalt bewertet wird, müssen die Ermittlungsbehörden klären. Dafür ist festzustellen, ob die tatsächliche oder zugeschriebene Geschlechtsidentität der Betroffenen das Handeln der Täter beeinflusst hat. Auch der Vorwurf der versuchten Vergewaltigung ist bislang nicht gerichtlich festgestellt. Die Angaben zum Tatablauf bleiben daher als Aussagen der Betroffenen und Gegenstand des Verfahrens zu kennzeichnen.

Der Fall trifft auf eine anhaltend hohe Zahl registrierter Übergriffe gegen lesbische, schwule, bisexuelle und trans Menschen in Frankreich. Der statistische Dienst des Innenministeriums erfasste für 2025 insgesamt 4.900 anti-LGBT+-feindliche Delikte bei Polizei und Gendarmerie. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 64 Prozent der registrierten Vorgänge wurden als Straftaten eingestuft, die übrigen als Übertretungen.

Die amtliche Statistik bildet allerdings lediglich jene Fälle ab, die angezeigt und von den Sicherheitsbehörden entsprechend erfasst werden. Nach Angaben des Innenministeriums wenden sich nur etwa drei Prozent der Opfer anti-LGBT+-feindlicher Taten an die Polizei. Die Dunkelziffer dürfte deshalb erheblich sein, besonders bei Beleidigungen, Drohungen und diskriminierend motivierter Gewalt.

Im Fall von Montpellier hängt die weitere strafrechtliche Bewertung davon ab, ob die gesuchten Männer identifiziert und die Vorwürfe durch zusätzliche Beweismittel gestützt werden können. Nach dem zuletzt öffentlich bekannten Ermittlungsstand befanden sich beide Verdächtige weiterhin auf freiem Fuß.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Innenministerium, Statistischer Dienst für innere Sicherheit

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).