Paris – 03.10.2026: Nach mehreren Tagen angespannter Schülerproteste in Frankreich hat die Sprecherin der Nationalpolizei, Agathe Foucault, das Vorgehen der Einsatzkräfte verteidigt. In einem Fernsehinterview sagte sie, unter den Teilnehmern befänden sich Personen, die gezielt Gewalt ausüben wollten. Die Polizei müsse zwischen friedlich protestierenden Jugendlichen und mutmaßlichen Gewalttätern unterscheiden. Dabei gelte der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
Innenminister Laurent Nuñez hatte am Freitagabend erklärt, seit Montag seien landesweit mehr als 5.000 Menschen im Umfeld der Proteste festgenommen worden. Allein am Freitag kamen nach seinen Angaben 1.747 Festnahmen hinzu, am Donnerstag waren es 1.954. Nuñez bezeichnete das Ausmaß der Bewegung als überraschend. Rund 85 Prozent der Festgenommenen seien minderjährig, überwiegend handele es sich um Schülerinnen und Schüler.
Die Zahlen bezeichnen Festnahmen, nicht Anklagen oder Verurteilungen. Nach Angaben des Justizministeriums mussten bis Donnerstag 1.793 der seit Beginn der Proteste festgenommenen Menschen in Polizeigewahrsam. Welche Vorwürfe im Einzelfall erhoben werden und wie viele Strafverfahren daraus hervorgehen, ist bislang offen. Die Behörden nennen unter anderem Gewalttaten, unerlaubte Ansammlungen und Angriffe auf Amtsträger.
Foucault beschrieb die Einsätze als besonders schwierig. Neben Jugendlichen, die demonstrierten oder Schulblockaden unterstützten, gebe es Gruppen, die Feuerwerkskörper oder Brandsätze mitführten. Das ist die Einschätzung der Polizeisprecherin und erlaubt keinen Rückschluss auf die große Mehrheit der Protestierenden. Mehrere Schülerorganisationen warnten ihrerseits vor überzogenen Polizeimaßnahmen und pochten auf das Recht zu friedlichem Protest.
Parallel prüfen Kontroll- und Justizbehörden Vorwürfe gegen Polizeikräfte. Laut Nuñez wurden fünf Fälle an die Generalinspektion der Nationalpolizei verwiesen. Sie betreffen Gesten oder Handlungen von Beamten, deren Verhältnismäßigkeit nun untersucht werden soll. Bereits zuvor waren Ermittlungen nach Verletzungen von Jugendlichen in Sevran, Saint-Ouen-l'Aumône, Tours und Argenteuil bekannt geworden.
Besonders schwer wiegt ein Fall aus Argenteuil im Département Val-d'Oise. Dort erlitt ein Schüler am 1. Oktober eine schwere Augenverletzung und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft in Pontoise leitete Ermittlungen zu den Umständen ein. Weder die Ursache der Verletzung noch eine mögliche strafrechtliche Verantwortung sind bislang festgestellt.
Am Freitag empfing Bildungsminister Édouard Geffray Vertreter von Schüler- und Studierendenorganisationen in Paris. Mehrere Gruppen kündigten anschließend an, die Proteste fortzusetzen. Die Regierung verweist auf die Sicherheit und den regulären Schulbetrieb, während die Organisationen politische Antworten auf ihre Forderungen verlangen. Davon getrennt laufen die Ermittlungen der Generalinspektion und der zuständigen Staatsanwaltschaften weiter.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).