Carcassonne – 14.09.2026: Ein Video aus der südfranzösischen Stadt Carcassonne hat Ermittlungen gegen einen Beamten der Nationalpolizei ausgelöst. Die Aufnahmen zeigen, wie der Polizist einen jungen wohnungslosen Mann während eines Einsatzes zu Boden bringt. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, sie habe die nationale Polizeiaufsicht IGPN eingeschaltet.
Der Vorfall ereignete sich nach den bisherigen Angaben am 21. Juni, dem Abend der Fête de la Musique. Auf dem Video sind mehrere Einsatzkräfte zu sehen. Während andere Polizisten mit einer weiteren Person beschäftigt sind, ergreift ein Beamter den jungen Mann und wirft ihn zu Boden. Am Wochenende verbreiteten sich die Aufnahmen über die Plattform X.
Die Staatsanwaltschaft leitete das Verfahren am Sonntag, dem 13. September, ein, nachdem sie von dem Video erfahren hatte. Ermittelt wird wegen des Verdachts vorsätzlicher Gewalt durch einen Amtsträger. Das Verfahren richtet sich gegen den auf den Aufnahmen erkennbaren Angehörigen der Nationalpolizei. Ob daneben ein Disziplinarverfahren geführt wird, war zunächst nicht bekannt.
Der Mann starb 13 Tage nach dem gefilmten Einsatz. Nach dem gegenwärtigen Ermittlungsstand gibt es laut Staatsanwaltschaft jedoch keinen festgestellten ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Vorgehen des Beamten und dem Tod. Diese vorläufige Bewertung lässt die Frage unberührt, ob der körperliche Zugriff rechtmäßig und verhältnismäßig war.
Parallel war eine Untersuchung zur Todesursache eingeleitet worden. Bei der Obduktion am 9. Juli seien keine verdächtigen traumatischen Verletzungen festgestellt worden, die auf eine Einwirkung durch Dritte hindeuteten, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die medizinischen Befunde sprächen vielmehr für eine toxische Ursache. Der Mann habe eine Vorgeschichte mit Mehrfachabhängigkeit gehabt und seit seinem 16. Lebensjahr ohne feste Unterkunft gelebt.
Damit befassen sich die Behörden mit zwei rechtlich getrennten Fragen. Die IGPN soll den Ablauf des Polizeieinsatzes rekonstruieren und prüfen, ob der Beamte seine Befugnisse überschritt. Dazu können die Aussagen der beteiligten Polizisten, möglicher Zeugen und die vollständigen Videoaufnahmen ausgewertet werden. Die Untersuchung der Todesursache bleibt davon unabhängig, solange keine belastbaren Erkenntnisse beide Vorgänge miteinander verknüpfen.
Das im Internet verbreitete Video gab den unmittelbaren Anstoß für die Ermittlungen gegen den Beamten. Bislang steht fest, dass die Polizeiaufsicht den dokumentierten Zugriff untersucht. Einen Zusammenhang zwischen diesem Einsatz und dem späteren Tod des Mannes hat die Justiz nicht festgestellt.
Quellen
- Franceinfo
- Euronews
- Agence France-Presse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).