Politik & Gesellschaft

Polizist vor Belforter Schule schwer verletzt

Nach dem Angriff auf einen Polizisten in Zivil vor dem Lycée Gustave-Courbet ermittelt die Justiz wegen versuchten Mordes. Mehrere Verdächtige sollen identifiziert sein.

Belfort – 03.10.2026: Vor dem Lycée Gustave-Courbet in Belfort ist am Freitagmorgen ein Polizist in Zivil von einer Gruppe junger Menschen angegriffen und schwer verletzt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft brachten die Angreifer den Beamten zu Boden und traktierten ihn mit Schlägen und Tritten. Er verlor zeitweise das Bewusstsein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand gilt inzwischen als nicht mehr besorgniserregend.

Die Tat ereignete sich gegen 9.15 Uhr am Rand einer Schülerblockade. Der angegriffene Polizeikommandant leitet den territorialen Nachrichtendienst im Département Territoire de Belfort. Nach Darstellung von Staatsanwalt Paul-Édouard Lallois wollte er einen Jugendlichen festnehmen. Dieser steht im Verdacht, nahe der Schule eine Grünfläche in Brand gesetzt und Gegenstände auf Einsatzkräfte geworfen zu haben.

Während des Zugriffs sei der Beamte rasch von mehreren Personen umringt worden. Videoaufnahmen, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden und nun von den Ermittlern ausgewertet werden, zeigen, wie er verfolgt, zu Fall gebracht und am Boden attackiert wird. Herbeigerufene Verstärkung trieb die Gruppe auseinander und leistete dem Verletzten Hilfe.

Die Staatsanwaltschaft Belfort eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes an einem Amtsträger in gemeinschaftlicher Begehung. Der Tatvorwurf bezeichnet den gegenwärtigen Stand der Ermittlungen, nicht das Ergebnis eines Gerichtsverfahrens. Anhand der Aufnahmen soll geklärt werden, wer an dem Angriff beteiligt war und welche Handlungen den einzelnen Verdächtigen zuzurechnen sind.

Ein 17-jähriger Schüler des Lycée Gustave-Courbet wurde am Freitag festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen. Nach Angaben des Staatsanwalts wird ihm bislang keine unmittelbare Beteiligung an den Schlägen vorgeworfen. Er habe jedoch eingeräumt, sich in der Gruppe aufgehalten zu haben. Seine genaue Rolle blieb zunächst ungeklärt. Mehrere weitere Verdächtige seien inzwischen identifiziert worden.

Zusätzliche Unruhe lösten Aufnahmen einer Szene vor dem Angriff aus. Sie zeigen die Festnahme eines Jugendlichen im Wasser des Flusses Savoureuse. In sozialen Netzwerken wurde daraus der Vorwurf abgeleitet, die Polizei habe versucht, den Jugendlichen zu ertränken. Der Staatsanwalt wies diese Darstellung nach Prüfung des bekannten Ablaufs zurück. Die Bilder sollen dennoch in die Beweisaufnahme einfließen, da sie den zeitlichen Zusammenhang der Ereignisse dokumentieren.

Innenminister Laurent Nuñez verurteilte den Angriff und sagte den Ermittlern Unterstützung bei der Identifizierung aller Beteiligten zu. Die strafrechtliche Aufarbeitung liegt nun bei der Staatsanwaltschaft in Belfort; sie muss sowohl den Angriff auf den Polizisten als auch den genauen Ablauf der vorausgegangenen Festnahme klären.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • L'Est Républicain

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).