Paris – 11.09.2026: Die Jury des Prix Médicis hat ihre erste Auswahl für das Jahr 2026 veröffentlicht. Auf der Liste stehen 18 französischsprachige Romane und 17 internationale Titel. Nominiert sind unter anderem Anne Godard, Thélyson Orélien und Véronique Ovaldé. Damit beginnt für einen der wichtigsten französischen Literaturpreise die entscheidende Phase der Herbstsaison.
Anne Godard ist mit dem bei Actes Sud erschienenen Roman "Nous aussi" vertreten. Thélyson Orélien wurde mit seinem Debütroman "C'était ça ou mourir" aus dem Verlag Grasset ausgewählt. Véronique Ovaldé geht mit "Vivre sans bonheur et n'en point dépérir" ins Rennen, erschienen bei Flammarion. Die Aufnahme in die erste Liste ist noch keine Auszeichnung: Sie eröffnet den Büchern zunächst den Weg in das weitere Auswahlverfahren.
Der Prix Médicis vergibt eigene Auszeichnungen für französischsprachige Literatur und für internationale Literatur in französischer Übersetzung. Durch diese Trennung erhalten sowohl Neuerscheinungen aus Frankreich und anderen frankophonen Regionen als auch übersetzte Werke ausländischer Autorinnen und Autoren größere Aufmerksamkeit auf dem französischen Buchmarkt. Für Verlage, Buchhandlungen und das Publikum dienen die Listen zugleich als Orientierung in der umfangreichen literarischen Herbstproduktion.
Den Vorsitz der Jury führt 2026 Pascale Roze. Dem Gremium gehören unter anderem Marianne Alphant, Michel Braudeau, Marie Darrieussecq, Dominique Fernandez, Anne F. Garréta, Patrick Grainville, Andreï Makine und Alain Veinstein an. Die Jury hatte ihren Zeitplan bereits im Sommer veröffentlicht und den 11. September als Termin für die Bekanntgabe der ersten Listen festgelegt.
Die zweite Auswahl der französischsprachigen und internationalen Romane soll am 15. Oktober 2026 folgen. Am selben Tag will die Jury erstmals die Kandidaten in der Kategorie Essay nennen. Die endgültige Entscheidung ist nach dem offiziellen Kalender für den 2. November 2026 vorgesehen. Die Preise werden traditionell im Pariser Restaurant La Méditerranée verliehen.
Für Godard und Orélien fällt die Nominierung in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit. Beide waren bereits auf weiteren Auswahllisten der laufenden Saison vertreten. Orélien erhielt Anfang September zudem den Prix Première Plume für "C'était ça ou mourir". Die Aufnahme in die Médicis-Auswahl verschafft seinem Debüt nun zusätzliche Sichtbarkeit.
Der 1958 gegründete Prix Médicis gehört neben dem Prix Goncourt, dem Prix Renaudot und dem Prix Femina zu den prägenden Literaturpreisen des französischen Herbstes. 2025 wurde Emmanuel Carrère für "Kolkhoze" ausgezeichnet. Die nun ausgewählten 35 Romane bleiben bis zur nächsten Juryentscheidung am 15. Oktober im Rennen.
Quellen
- Franceinfo
- Prix Médicis
- Livres Hebdo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).