Am Mittwochabend, dem 13. November, gingen in Paris mehrere tausend Menschen auf die Straße, um gegen das Gala-Event „Israël is Forever“ zu protestieren. Zu der Demonstration hatten verschiedene linke Organisationen, Gewerkschaften und Parteien aufgerufen, um ihren Unmut über die Veranstaltung auszudrücken, die von mehreren ultrarechten Persönlichkeiten als Unterstützungsevent für Israel organisiert wurde.
Besondere Empörung löste die geplante Teilnahme von Bezalel Smotrich aus, dem israelischen Finanzminister und eine kontroverse Figur der israelischen Politik. Smotrich, der für seine extremen Ansichten bekannt ist, wollte ursprünglich persönlich an dem Event teilnehmen, hatte sich dann jedoch auf eine Fernschalte beschränkt. Seine jüngste Ankündigung, die israelischen Siedlungsgebiete im besetzten Westjordanland bis 2025 zu annektieren, stieß bei den Demonstranten auf heftigen Widerstand. Mit Rufen wie „Smotrich Mörder, Macron Komplize“ machten die Teilnehmer ihrem Ärger Luft. Auch das französische Außenministerium kritisiert Smotrich regelmäßig für Äußerungen, die man als „völkerrechtswidrig“ und „destabilisierend“ für die Region bezeichnet.
Ein Gala-Event unter strengen Sicherheitsmaßnahmen
Der genaue Veranstaltungsort des Galaabends wurde zunächst geheim gehalten, denn die geplante Teilnahme Smotrichs und die politische Brisanz des Events führten zu großer Ablehnung. Laut dem Pariser Polizeipräfekten Laurent Nunez sei das Gala-Event jedoch nicht offiziell verboten worden, da es keine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstelle. Doch große Spannung lag in der Luft, und bereits am frühen Abend waren die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden.
Vor Ort skandierten Demonstranten nicht nur Parolen gegen Smotrich, sondern auch gegen die israelische Politik im Gazastreifen und im Westjordanland. Mit Rufen wie „Befreit Palästina“ und „Israel, hau ab – Palästina gehört dir nicht“ zeigten sie deutlich ihre Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung.
Keine größeren Ausschreitungen, doch Geschäfte schlossen vorsorglich
Bis in den späten Abend hinein blieb die Situation überwiegend friedlich. Dennoch hatten einige Geschäfte in der Umgebung, darunter ein McDonald's und ein Carrefour-Supermarkt, vorsichtshalber ihre Läden geschlossen und die Sicherheitsrollos heruntergelassen – das McDonald's Restaurant wurde dann auch tatsächlich von einigen Demonstranten angegriffen, die eine Fensterscheibe beschädigten.
Die Demonstrationen in Paris zeigen einmal mehr, wie tief die Spannungen rund um den Nahostkonflikt auch in Europa zu spüren sind und wie kontroverse Figuren wie Bezalel Smotrich immer wieder für internationale Reaktionen sorgen. Ob und wie solche Proteste das Verhältnis zwischen Frankreich und Israel beeinflussen, bleibt abzuwarten – doch das Thema erscheint in der öffentlichen Debatte präsent wie nie.