Politik & Gesellschaft

Prozess um den Tod von Federico Martín Aramburú beginnt in Paris

Vier Jahre nach den tödlichen Schüssen auf den früheren argentinischen Rugby-Nationalspieler Federico Martín Aramburú stehen in Paris vier Menschen vor Gericht.

Paris – 06.09.2026: Vor dem Pariser Schwurgericht beginnt am 7. September der Prozess um die tödlichen Schüsse auf Federico Martín Aramburú. Der frühere argentinische Rugby-Nationalspieler wurde am 19. März 2022 im Viertel Saint-Germain-des-Prés getötet. Vier Menschen müssen sich bis zum 25. September vor Gericht verantworten.

Als Hauptangeklagte gelten Loïk Le Priol und Romain Bouvier. Ihnen wird vorgeworfen, den damals 42-jährigen Aramburú nach einer Auseinandersetzung in einem Lokal am Boulevard Saint-Germain verfolgt und vorsätzlich getötet zu haben. Die Anklage geht davon aus, dass die beiden Männer planmäßig handelten. Ob die Voraussetzungen für Mord erfüllt sind, wird eine der zentralen Fragen des Verfahrens sein.

Nach den Ermittlungen war es in der Nacht zunächst zu einem Streit zwischen mehreren Gästen gekommen. Aramburú und sein früherer Teamkollege Shaun Hegarty verließen anschließend das Lokal. Die mutmaßlichen Täter sollen ihnen mit einem Fahrzeug durch das Viertel gefolgt sein. Wenig später fielen die tödlichen Schüsse. Das Gericht muss nun die Abfolge zwischen der ersten Auseinandersetzung, der Verfolgung und dem Angriff rekonstruieren.

Die Verteidigung von Le Priol hat die Darstellung der Ermittler zurückgewiesen und auf den gewaltsamen Verlauf des vorherigen Streits verwiesen. Sie bestreitet insbesondere, dass ihr Mandant einen vorbereiteten Tötungsentschluss gefasst habe. Geschworene und Berufsrichter werden dazu Zeugenaussagen, Videoaufnahmen, Kommunikationsdaten und kriminaltechnische Befunde prüfen. Für sämtliche Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Neben Le Priol und Bouvier stehen zwei weitere Personen vor Gericht. Lyson Rochemir wird Beihilfe zu einem versuchten Mord und Beihilfe zur Tötung vorgeworfen. Antony Sorrentino soll Bouvier nach der Tat unterstützt und an der Beseitigung der Tatwaffe mitgewirkt haben. Über die strafrechtliche Verantwortung jedes Angeklagten muss das Gericht gesondert entscheiden.

Der Fall fand in Frankreich und Argentinien große Beachtung. Aramburú bestritt 22 Länderspiele für Argentinien und spielte während seiner Profikarriere für mehrere französische Vereine. Später lebte er im französischen Baskenland. Seine Ehefrau, seine drei Kinder und weitere Angehörige treten in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Hegarty, der die Ereignisse in jener Nacht aus unmittelbarer Nähe erlebte, wird als wichtiger Zeuge erwartet.

Die Verhandlung findet im Justizpalast an der Porte de Clichy im 17. Arrondissement statt. Bis zum Ende des angesetzten Prozesses am 25. September soll das Schwurgericht auch das Verhalten der Beschuldigten nach den Schüssen und ihre anschließende Flucht untersuchen.

Quellen

  • Franceinfo: Rekonstruktion der Tat und Prozessauftakt
  • Association de la Presse Judiciaire: Prozesskalender des Pariser Schwurgerichts
  • Actu-Juridique: Überblick über die Tatvorwürfe
  • Le Monde: Anklage vor dem Schwurgericht

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).