Paris – 07.09.2026: Vor dem Pariser Schwurgericht beginnt an diesem Montag der Prozess um den Tod des früheren argentinischen Rugby-Nationalspielers Federico Martín Aramburú. Der 42-Jährige wurde am 19. März 2022 nach einer nächtlichen Auseinandersetzung am Boulevard Saint-Germain erschossen. Für die Verhandlung im Pariser Justizpalast sind knapp drei Wochen vorgesehen; sie soll bis zum 25. September dauern.
Auf der Anklagebank sitzen Loïk Le Priol und Romain Bouvier, die nach Angaben der Ermittler der ultrarechten Szene angehörten. Beide müssen sich wegen Mordes verantworten. Mitangeklagt sind Lyson Rochemir, die damalige Partnerin Le Priols, und ein weiterer Mann. Ihm wird vorgeworfen, Bouvier bei der Flucht geholfen zu haben. Für sämtliche Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Der Fall begann in den frühen Morgenstunden vor der Brasserie Le Mabillon im sechsten Arrondissement. Aramburú und sein früherer Rugby-Kollege Shaun Hegarty hielten sich in Paris auf, um am Abend das Spiel zwischen Frankreich und England beim Sechs-Nationen-Turnier zu besuchen. In dem Lokal gerieten sie mit einer anderen Gruppe in Streit. Nachdem die beiden Sportler die Brasserie verlassen hatten, wurden sie nach den Erkenntnissen der Ermittler verfolgt. Wenig später fielen auf dem Boulevard Saint-Germain Schüsse aus zwei Waffen.
Die Anklage wirft Le Priol und Bouvier vor, vorbereitet und mit Tötungsabsicht gehandelt zu haben. Den Ermittlungsakten zufolge sollen beide auf Aramburú geschossen haben. Le Priol beruft sich nach früheren Angaben aus dem Verfahren auf Notwehr. Bouvier bestreitet eine Tötungsabsicht und erklärt, er habe lediglich zur Abschreckung geschossen. Das Gericht wird deshalb Aussagen, Videoaufnahmen und weitere Ermittlungsergebnisse prüfen müssen, um den Ablauf der Tat zu rekonstruieren.
Die politische Verortung der beiden Hauptangeklagten gehört zur Vorgeschichte des Verfahrens, ersetzt jedoch nicht den Nachweis der individuellen Tatvorwürfe. Die Ermittlungsrichter stellten nach den bislang bekannten Verfahrensangaben weder ein rassistisches noch ein politisches Tatmotiv fest. Im Prozess geht es daher vor allem um die Frage, ob die tödlichen Schüsse das Ergebnis einer gezielten Verfolgung waren oder ob die von der Verteidigung behauptete Notwehrlage bestand.
Aramburú absolvierte 22 Länderspiele für Argentinien und spielte in Frankreich unter anderem für Biarritz, Perpignan und Dax. Nach dem Ende seiner Profikarriere lebte er in Biarritz und arbeitete im Tourismus. Sein Tod löste in Frankreich und Argentinien große Anteilnahme aus. Bis zum 25. September will das Schwurgericht Zeugen, Sachverständige und die vier Angeklagten anhören.
Quellen
- Franceinfo
- Association de la Presse Judiciaire
- Actu-Juridique
- Le Monde
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).