Kultur

Rajamoulis “RRR” kehrt in Frankreich auf die große Leinwand zurück

S. S. Rajamoulis dreistündiges Epos "RRR" läuft seit dem 29. Juli erneut in französischen Kinos. Die Wiederaufführung bringt ein überwältigendes Kinoerlebnis zurück, das koloniale Gewalt, Freundschaft und Tanz zu einem historischen Abenteuer verschränkt.

Paris – 02.08.2026: S. S. Rajamoulis dreistündiges Epos "RRR" ist seit dem 29. Juli wieder in französischen Kinos zu sehen. Die von Carlotta Films vertriebene Wiederaufführung folgt auf einen Sommer, in dem der indische Regisseur bereits in Paris, Lyon und Neuchâtel gewürdigt wurde. In der Hauptstadt läuft der Film derzeit in mehreren Sälen – eine seltene Gelegenheit, seine Wucht dort zu erleben, wo sie sich am besten entfaltet: auf der großen Leinwand.

"RRR" spielt im Indien der 1920er-Jahre unter britischer Kolonialherrschaft und entwirft eine fiktive Begegnung zweier historisch inspirierter Widerstandsfiguren: Komaram Bheem, der ein entführtes Mädchen aus den Händen eines Gouverneurs befreien will, und Alluri Sitarama Raju, der zunächst als Offizier im Dienst des Empire erscheint. Zwischen beiden entsteht eine Freundschaft, deren Prüfungen das Abenteuer in immer neue Höhen treiben.

Der 2022 erschienene Film wurde in Telugu gedreht, einer vor allem im Süden Indiens verbreiteten Sprache. Rajamouli gilt als prägende Figur des sogenannten Tollywood, der Telugu-Filmindustrie, die sich von Bollywood und dessen Hindi-Schwerpunkt unterscheidet. Seine Bilder denken in großen Gesten: Tiere werden zu Verbündeten, Seile zu Flugbahnen, Tänze zu Duellen. Die Übertreibung ist dabei keine Nachlässigkeit, sondern eine sorgfältig beherrschte Kunstform.

Dass "RRR" weit über Indien hinaus Beachtung fand, verdankt sich auch dem Lied "Naatu Naatu". Es erhielt 2023 den Oscar für den besten Originalsong; komponiert wurde es von M. M. Keeravaani, den Text schrieb Chandrabose. Der furios choreografierte Tanzwettstreit bündelt wesentliche Elemente von Rajamoulis Kino: Körperlichkeit, Rhythmus und die Lust, gesellschaftliche Hierarchien vor aller Augen aus dem Takt zu bringen.

Die Wiederaufführung folgt auf eine Reihe französischer Würdigungen. Die Cinémathèque française widmete dem Regisseur vom 26. bis 28. Juni ein Programm in seiner Anwesenheit. Eine Vorpremiere von "RRR" fand am 30. Juni im Pariser Grand Rex statt, eine weitere am 1. Juli im Institut Lumière in Lyon. Der Film kehrt somit als Werk zurück, dessen Maßstab sich im Kinosaal umfassender erschließt als auf dem heimischen Bildschirm.

Sein Blick auf das britische Empire ist entschieden melodramatisch. Die koloniale Ordnung erscheint als System der Demütigung, dem Rajamouli Solidarität, Wut und spektakuläre Gegenwehr entgegensetzt. Historische Genauigkeit im engeren Sinne ist nicht sein Ziel. Er entwirft vielmehr einen antikolonialen Mythos, der sich mit jedem Stunt, jedem Tanz und jeder Musiknummer weiter auflädt. Drei Stunden wirken dabei weniger wie eine Geduldsprobe als wie ein großzügiger Angriff auf die Sinne.

Quellen

  • Franceinfo Kultur
  • La Cinémathèque française
  • L'Officiel des spectacles
  • Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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