Politik & Gesellschaft

Randalierer beschädigen Polizeiposten und Rathaus in Marseille

Am Rand von Demonstrationen sind in Marseille ein Postiposten der kommunalen Polizei und das Rathaus beschädigt worden. Bürgermeister Benoît Payan fordert Aufklärung und zusätzliche Einsatzkräfte.

Marseille – 17.10.2026: Mehrere Dutzend Menschen sind am Samstag kurzzeitig in die Eingangshalle des Rathauses am Alten Hafen von Marseille eingedrungen. Zuvor war im Stadtzentrum ein Posten der kommunalen Polizei an der Canebière angegriffen worden. Die Vorfälle ereigneten sich am Rand von Demonstrationen, die an diesem Tag in mehreren französischen Städten stattfanden.

Nach Beobachtungen der Nachrichtenagentur Agence France-Presse wurde die hölzerne Eingangstür des Rathauses mit Absperrgittern und Tritten aufgebrochen. In der Halle stießen Eindringlinge Möbel um, an einer Wand wurde ein Graffiti angebracht. Auch eine Büste der Marianne, des republikanischen Symbols Frankreichs, fiel zu Boden. Einsatzkräfte räumten das Gebäude und sicherten anschließend den Zugang.

Am Polizeiposten der Stadtpolizei an der Canebière beobachteten Reporter Personen mit verdeckten Gesichtern an der Fassade. Bürgermeister Benoît Payan erklärte später, der Posten sei vollständig verwüstet worden. Eine unabhängige und bezifferte Schadensbilanz der zuständigen Behörden lag am Samstagnachmittag zunächst nicht vor. Unklar blieb daher auch, wie lange die Dienststelle ihren regulären Betrieb unterbrechen muss.

Payan trennte die Verantwortlichen für die Sachbeschädigungen ausdrücklich von den übrigen Demonstrierenden. Menschen, die öffentliche Gebäude angriffen, seien keine Demonstranten, sagte der sozialistische Bürgermeister bei einem Pressetermin im Rathaus. Zugleich verlangte er Aufklärung über den Schutz besonders gefährdeter Orte. Nach seiner Darstellung hatte die Stadt zuvor schriftlich darum gebeten, den Polizeiposten an der Canebière zu sichern. Der Bürgermeister kündigte an, den Ablauf des Einsatzes prüfen zu lassen.

Die Polizei drängte die Gruppe vor dem Rathaus mit Tränengas zurück. Kurz darauf waren im Zentrum zwei gepanzerte Fahrzeuge der Gendarmerie zu sehen. Payan teilte mit, Präsident Emmanuel Macron habe ihm zusätzliche Polizeikräfte zugesagt. Wie viele Beamte nach Marseille entsandt werden und wann sie eintreffen sollen, war zunächst nicht offiziell bekannt.

Die Angriffe trafen zwei zentrale Orte der Stadt: Die Canebière verbindet den Alten Hafen mit den östlichen Vierteln, das Rathaus liegt unmittelbar am Vieux-Port. Für Beschäftigte der Stadtverwaltung und der kommunalen Polizei hatten die Schäden damit direkte Folgen für den Arbeitsbetrieb. Zu möglichen Verletzten oder Festnahmen lagen am Samstagnachmittag keine verlässlichen Angaben vor.

Auch über förmlich eingeleitete Ermittlungen war zunächst nichts bekannt. Die Schäden an den beiden öffentlichen Gebäuden und vorhandene Bildaufnahmen dürften von den Ermittlern ausgewertet werden. Wann der beschädigte Polizeiposten wieder vollständig genutzt werden kann, blieb offen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France-Presse via Europe 1
  • Agence France-Presse via Boursorama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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