Politik & Gesellschaft

Raphaël Glucksmann kündigt Kandidatur für Frankreichs Präsidentschaftswahl 2027 an

Der Europaabgeordnete und Ko-Vorsitzende von Place publique, Raphaël Glucksmann, bewirbt sich um das französische Präsidentenamt. Zunächst will er in einer gemeinsamen Vorwahl mit der Sozialistischen Partei antreten.

Paris – 23.08.2026: Raphaël Glucksmann hat seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 erklärt. Der Europaabgeordnete und Ko-Vorsitzende von Place publique gab seine Entscheidung am Sonntagabend im Nachrichtenprogramm des Senders TF1 bekannt. Er trete an, um Frankreich wieder aufzurichten, sagte Glucksmann. Politisch sucht er einen Weg zwischen dem Regierungslager, der von La France insoumise geprägten radikalen Linken und dem Rassemblement National.

Mit der Ankündigung wird aus einer seit Monaten vorbereiteten Positionierung eine formelle Bewerbung um das höchste Staatsamt. Bereits im Juni 2026 hatte Glucksmann bei einer Versammlung in Aubervilliers Grundzüge seines politischen Projekts vorgestellt, seine Kandidatur damals jedoch noch nicht endgültig bestätigt. Er richtet sich vor allem an den proeuropäischen, sozialdemokratischen Teil der Linken, der ein Bündnis mit La France insoumise ablehnt.

Bevor Glucksmann in den eigentlichen Präsidentschaftswahlkampf ziehen kann, muss er eine parteipolitische Hürde nehmen. Place publique und die Sozialistische Partei planen nach Angaben der beteiligten Parteien für den 11. und 18. Oktober 2026 eine gemeinsame Vorwahl. Glucksmann will an diesem Verfahren teilnehmen. Seine Bewerbung ist damit eng an den Versuch geknüpft, die Kräfte links der politischen Mitte organisatorisch zu bündeln, ohne sämtliche Parteien der Linken einzubeziehen.

Im TF1-Interview setzte Glucksmann einen wirtschaftspolitischen Schwerpunkt bei den Erwerbseinkommen. Er wolle vorrangig die Nettovergütung der Beschäftigten erhöhen und dafür die Sozialabgaben auf Löhne senken. Wie umfangreich die Entlastung ausfallen und wie sie finanziert werden soll, erläuterte er zunächst nicht. Offen blieb auch, welche Folgen sein Vorschlag für die Sozialversicherungssysteme hätte.

Die Finanzierung dürfte zu einem frühen Prüfstein seiner Bewerbung werden. Sozialbeiträge tragen in Frankreich wesentlich zur Finanzierung der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bei. Werden sie gesenkt, steigt zwar bei gleichem Bruttolohn das Nettoeinkommen. Zugleich müssten die entstehenden Ausfälle durch Steuern, Einsparungen, andere Beiträge oder zusätzliche Schulden gedeckt werden. Glucksmanns Anspruch, soziale Entlastung mit finanzpolitischer Glaubwürdigkeit zu verbinden, hängt deshalb von einem belastbaren Konzept ab.

Seinen politischen Aufstieg verdankt Glucksmann wesentlich der Europawahl 2024. Die von ihm geführte gemeinsame Liste der Sozialisten und von Place publique erreichte 13,8 Prozent und lag damit vor den übrigen linken Listen. Seither arbeitet er daran, Place publique über die Rolle eines Bündnispartners hinaus als nationale Kraft zu etablieren. Zu seinen außenpolitischen Schwerpunkten zählen ein handlungsfähigeres Europa, die Unterstützung der Ukraine und der Schutz demokratischer Institutionen.

Die Vorwahl im Oktober soll klären, ob Glucksmann mit einem gemeinsamen sozialdemokratischen Mandat antreten kann. Mit seiner Erklärung beginnt der Wettbewerb um Personal und Programm in diesem Teil der französischen Linken deutlich vor der Präsidentschaftswahl 2027.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Le Monde
  • Place publique

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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