Jerusalem – 02.10.2026: Eine Recherche der Investigativredaktion von Radio France beleuchtet die umstrittenen Geldtransfers aus Katar in den Gazastreifen. Nach Darstellung des Senders billigte die Regierung von Benjamin Netanjahu die Zahlungen vor dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Der Bericht beruft sich auf frühere Spitzenvertreter sowie Unterlagen aus israelischen Sicherheitskreisen.
Katar unterstützte Gaza über Jahre mit erheblichen Finanzhilfen. Ein Teil des Geldes gelangte mit Zustimmung israelischer Stellen in das von der Hamas kontrollierte Gebiet. Die Mittel waren unter anderem für bedürftige Familien, Treibstoff und Gehälter im öffentlichen Dienst bestimmt. Israel begründete die Praxis damit, eine humanitäre Verschärfung und neue Gewalt an der Grenze zum Gazastreifen verhindern zu wollen.
Die Recherche geht über diese bekannte Begründung hinaus. Demnach nahm die israelische Führung in Kauf, dass die Zahlungen die politische Trennung zwischen der Hamas in Gaza und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland festigten. Kritiker werfen Netanjahu seit Langem vor, mit dieser Politik die Autonomiebehörde unter Präsident Mahmud Abbas geschwächt und eine gemeinsame palästinensische politische Linie erschwert zu haben.
Netanjahu und seine Regierung weisen den Vorwurf zurück, die Hamas gezielt gestärkt zu haben. Frühere israelische Stellungnahmen betonten, die Hilfen seien auf Beschluss der politischen Führung und unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden geflossen. Auch Katar bestreitet, mit seiner Unterstützung den bewaffneten Arm der Hamas finanziert zu haben. Doha verweist darauf, dass die Transfers mit Wissen und Billigung Israels abgewickelt worden seien.
Besonders schwer wiegt der Bericht über Warnungen aus Nachrichtendienstkreisen. Radio France zufolge wurden Hinweise auf eine wachsende Bedrohung durch die Hamas in der politischen Führung vor dem 7. Oktober 2023 nicht mit der gebotenen Konsequenz behandelt. In Israel wird weiterhin darüber gestritten, weshalb Armee, Inlandsgeheimdienst Schin Bet und Regierung den Überfall nicht verhinderten.
Am 7. Oktober 2023 griffen Kämpfer der Hamas und weiterer bewaffneter Gruppen israelische Orte nahe dem Gazastreifen an, töteten Menschen und verschleppten Geiseln. Der Angriff löste den Krieg im Gazastreifen aus. Seither prägt die Frage nach der politischen Verantwortung für das Versagen die israelische Öffentlichkeit.
Eine staatliche Untersuchungskommission mit umfassenden Befugnissen wurde bislang nicht eingesetzt. Netanjahu erklärte wiederholt, die Verantwortung müsse auf allen Ebenen untersucht werden. Die Recherche von Radio France ersetzt keine gerichtliche oder behördliche Feststellung. Sie verdichtet jedoch die bekannten Hinweise darauf, dass politische Entscheidungen über die katarischen Transfers und Warnungen der Sicherheitsdienste vor dem Angriff unabhängig untersucht werden müssen.
Quellen
- Radio France Cellule investigation
- The Times of Israel
- Knesset
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).