Paris – 07.09.2026: Frankreichs Rechnungshof warnt vor erheblichen Lücken bei der Dokumentation von Impfungen. Viele Menschen wüssten nicht zuverlässig, ob ihr Impfschutz vollständig sei oder Auffrischungen anstünden. Geht das Gesundheitsheft verloren und wurde der Impfverlauf nicht digital gespeichert, können wichtige Angaben über Jahre hinweg fehlen.
Besonders kritisch bewerten die Prüfer die geringe Nutzung digitaler Gesundheitsakten. Ende 2025 hatte nach den im Bericht angeführten Zahlen nur etwa ein Drittel der Bevölkerung sein digitales Gesundheitsprofil aktiv genutzt. Informationen über Impfungen waren lediglich in elf Prozent dieser aktivierten Akten hinterlegt. Patientinnen und Patienten sowie behandelnde Fachkräfte haben deshalb häufig keinen schnellen Zugriff auf belastbare Nachweise.
Das staatliche Angebot Mon espace santé soll medizinische Dokumente sicher speichern und den Austausch mit zugelassenen Gesundheitsberufen ermöglichen. Auch der Impfverlauf kann dort hinterlegt werden. Zwar wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums für den überwiegenden Teil der Bevölkerung bereits ein Profil angelegt. Ob die Versicherten es tatsächlich verwenden und wie vollständig die Akten sind, unterscheidet sich jedoch erheblich.
In der medizinischen Praxis kann das Folgen haben. Impfentscheidungen sollten auf einer nachvollziehbaren Vorgeschichte beruhen. Fehlen verlässliche Einträge, müssen Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker oder andere zuständige Fachkräfte zunächst alte Unterlagen suchen, frühere Praxen kontaktieren oder den Impfstatus neu bewerten. Das erschwert die Vorsorge besonders nach einem Umzug, einem Wechsel der Praxis oder längeren Behandlungspausen. Auch bei schulischen, beruflichen oder medizinischen Nachweispflichten können fehlende Dokumente zum Problem werden.
Die Impfpolitik seit der Ausweitung der Pflichtimpfungen für Säuglinge im Jahr 2018 beurteilt der Rechnungshof insgesamt gemischt. Hohe Quoten bei mehreren Kinderimpfungen wertet er als Fortschritt. Mängel sieht er weiterhin bei den Informationssystemen, bei der Ansprache einzelner Bevölkerungsgruppen und bei der Koordinierung der Prävention. Die Behörde empfiehlt eine einheitlichere und verbindlichere Erfassung der Impfdaten.
Impfungen sollen deshalb systematischer in die digitale Patientenakte eingetragen werden. Nach den veröffentlichten Empfehlungen soll die entsprechende Rubrik bis Ende 2028 deutlich vollständiger befüllt sein. Gesundheitsbehörden, Krankenversicherung und medizinische Einrichtungen arbeiten zugleich daran, Standarddokumente wie Impfnachweise häufiger digital zu übermitteln.
Wer sein Gesundheitsheft oder den Impfpass verloren hat, sollte den eigenen Status nicht schätzen. Das offizielle französische Informationsangebot zur Impfung empfiehlt, eine Arztpraxis, eine Apotheke oder eine andere zur Impfung berechtigte Fachkraft aufzusuchen. Dort lässt sich klären, welche Unterlagen noch verfügbar und welche Schritte nach dem geltenden Impfkalender medizinisch angezeigt sind.
Quellen
- Franceinfo
- Cour des comptes
- Ministère de la Santé
- Agence du numérique en santé
- Service-Public.fr
- Vaccination Info Service
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).