Paris – 04.10.2026: Premierminister Sébastien Lecornu hat den zuständigen Ministern am Sonntagabend einen Plan mit fünf Arbeitsaufträgen übermittelt. Damit reagiert die Regierung auf die seit Tagen andauernden Schülerproteste und Blockaden. Die Vorhaben sollen verlässlicheren Unterricht, bessere Lernbedingungen und mehr Mitsprache ermöglichen. Erste Entscheidungen sollen noch vor Ende Oktober 2026 vorgestellt werden.
Der Plan betrifft den Ersatz länger ausfallender Lehrkräfte, den baulichen Zustand der Schulen einschließlich des Hitzeschutzes, die Organisation der Schultage, mehr Transparenz bei der Studienplatzplattform Parcoursup und eine stärkere Vertretung der Schüler in schulischen Gremien. Nach Angaben des Premierministers beruhen diese Schwerpunkte auf Rückmeldungen regionaler Schülervertretungen.
Kurzfristig sollen die Bildungsbehörden in allen Akademien bereits in der Woche ab dem 5. Oktober unbesetzte Stellen und längere Vertretungsausfälle vorrangig bearbeiten. Ein erster Bericht ist für den 16. Oktober angekündigt. Lecornu will zudem am Dienstag mit den Präsidenten der Regionen über die Sanierung der Gymnasien beraten. Die Regionen sind in Frankreich für deren Gebäude, Ausstattung und technisches Personal zuständig, während der Staat insbesondere Lehrkräfte und Unterricht verantwortet.
Der Vorstoß folgt auf eine Protestwoche mit zahlreichen Blockaden und teils schweren Sachbeschädigungen. Bildungsminister Edouard Geffray bezifferte die Zahl der am Freitag, dem 2. Oktober, betroffenen Einrichtungen auf 735. Das waren 30 Prozent weniger als am Vortag. Schülerorganisationen erklärten nach einem Treffen mit dem Minister jedoch, die Regierung habe keine hinreichend konkreten Maßnahmen vorgelegt. Sie riefen deshalb zu weiteren Aktionen am Dienstag, dem 6. Oktober, auf.
Die Regierung verfolgt damit eine doppelte Strategie. Einerseits verlangt Lecornu, den Unterricht überall dort wieder aufzunehmen, wo die Sicherheit und der Zustand der Gebäude dies erlauben. Andererseits greift sein Arbeitsplan strukturelle Beschwerden auf, die über die unmittelbaren Blockaden hinausreichen. Geffray hatte zuvor Probleme bei Schulgebäuden, Klassengrößen, Unterrichtszeiten und fehlenden Vertretungen eingeräumt.
Besonders der angekündigte Dialog mit den Regionen berührt eine seit Langem schwierige Zuständigkeitsverteilung. Bauliche Mängel lassen sich nicht allein durch Entscheidungen des Bildungsministeriums beheben. Maßnahmen gegen Unterrichtsausfall liegen dagegen überwiegend beim Staat. Für Schüler und Eltern wird daher maßgeblich sein, ob aus den Arbeitsaufträgen konkrete, zwischen beiden Ebenen abgestimmte Schritte hervorgehen.
Finanziell verweist der Premierminister auf den geplanten Haushalt für 2027. Die Mittel des Bildungsministeriums sollen demnach um 1,2 Milliarden Euro auf insgesamt 64 Milliarden Euro steigen. Welcher Anteil davon für die nun angekündigten Vorhaben eingesetzt werden könnte, ist bislang nicht festgelegt. Schülerverbände und Gewerkschaften halten unterdessen an den für den 6. Oktober angekündigten Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen fest.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Le Parisien mit Agence France-Presse
- Le Monde
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).