Paris – 21.09.2026: Die französische Regierung berät an diesem Montag über die Folgen der Krise im Nahen Osten für den heimischen Energiemarkt. Premierminister Sébastien Lecornu hat dazu in seinem Amtssitz Matignon zwei getrennte Sitzungen mit Ministern und leitenden Beamten einberufen. Am Vormittag steht die Versorgung mit Erdöl und Erdgas auf der Tagesordnung, am Nachmittag geht es um mögliche Hilfen für Haushalte und Berufspendler.
Anlass sind die Störungen der Transportwege durch die Straße von Hormus und der militärische Konflikt in der Region. Die Unsicherheit belastet den internationalen Handel mit Rohöl und Erdölprodukten; zugleich steigen die Risiken und Kosten für den Transport. Frankreich bekommt die weltweiten Preisbewegungen zu spüren, auch wenn die Regierung bislang keine unmittelbare Versorgungslücke auf nationaler Ebene bestätigt hat. Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte am Montag, gegenwärtig bestehe kein akutes Lieferproblem.
Die Beratungen sollen klären, wie der Staat auf weiter steigende Preise und mögliche Engpässe reagieren kann. Nach Angaben aus dem Regierungsumfeld werden kurzfristige Entlastungen ebenso geprüft wie Vorkehrungen für den Fall einer länger andauernden Krise. Die Regierung hatte bereits Anfang September einzelne Hilfen verlängert. Landwirte erhalten demnach im September und Oktober weiterhin eine Unterstützung von 15 Cent je Liter Kraftstoff. Außerdem ist ein Hilfsinstrument für Beschäftigte vorgesehen, die beruflich in besonderem Maße auf ihr Fahrzeug angewiesen sind.
Die hohen Preise an den Zapfsäulen sind für die Regierung auch ein soziales und haushaltspolitisches Problem. Entlastungen sollen möglichst jene erreichen, die steigende Fahrtkosten nur schwer auffangen können. Eine allgemeine Senkung der Kraftstoffabgaben für sämtliche Haushalte ist bislang nicht angekündigt. Eine solche Maßnahme wäre zwar unmittelbar sichtbar, würde aber unabhängig vom Einkommen gewährt und den Staatshaushalt erheblich belasten.
Parallel dazu setzt die Regierung auf die Beobachtung der Vertriebspreise und auf Gespräche mit Mineralölunternehmen. Sie will nachvollziehen, wie sich höhere Beschaffungs- und Transportkosten auf die Preise im Groß- und Einzelhandel auswirken. Dabei geht es auch um die Frage, ob Preissteigerungen entlang der Lieferkette sachlich gerechtfertigt sind. Konkrete Ergebnisse der beiden Treffen lagen zunächst nicht vor.
Präsident Emmanuel Macron hatte am 18. September Vertreter der Parteien und Bewerber um das Präsidentenamt über die internationale Lage unterrichtet. Die Gespräche in Matignon übertragen diese außenpolitische Krise nun auf zwei unmittelbare Aufgaben der Regierung: die Energieversorgung zu sichern und gezielte Entlastungen zu finanzieren. Lescures Erklärung zufolge besteht derzeit jedoch kein akutes Lieferproblem in Frankreich.
Quellen
- AFP via Boursorama
- Französische Regierung
- Élysée-Palast
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).