Politik & Gesellschaft

Regierung legt fünf Reformfelder für Frankreichs Gymnasien vor

Premierminister Sébastien Lecornu reagiert auf die Schülerproteste mit einem Arbeitsplan zu Unterrichtsausfällen, Schulgebäuden, Stundenplänen, Parcoursup und Mitsprache.

Paris – 05.10.2026: Nach den landesweiten Protesten und Blockaden an französischen Gymnasien hat die Regierung fünf Arbeitsfelder für Reformen benannt. Premierminister Sébastien Lecornu übermittelte den zuständigen Ministern am Sonntag, dem 4. Oktober, einen entsprechenden Fahrplan. Zugleich fordert er, den Unterricht überall dort wieder aufzunehmen, wo die Sicherheitslage dies zulässt.

An erster Stelle steht die Verlässlichkeit des Unterrichts. Das Bildungsministerium soll unbesetzte Stellen und längere Abwesenheiten von Lehrkräften vorrangig behandeln. Damit reagiert die Regierung auf eine wiederkehrende Beschwerde aus den Schulen: Fehlen Ersatzkräfte oder werden sie zu spät eingesetzt, fällt Unterricht über längere Zeit aus. Noch in dieser Woche soll eine erste Bestandsaufnahme vorliegen.

Das zweite Arbeitsfeld betrifft den Zustand der Gymnasien. Lecornu will mit den Regionalräten über die Instandhaltung und Anpassung der Gebäude beraten. Die Regionen sind in Frankreich für Bau, Ausstattung und größere Sanierungen der Lycées zuständig. Besonderes Augenmerk gilt dem Schutz vor hohen Temperaturen in Klassenräumen, der nach mehreren Hitzewellen an politischer Dringlichkeit gewonnen hat.

Drittens soll die Organisation des Schultags überprüft werden. Schülervertreter kritisieren seit Längerem ausgedehnte Unterrichtstage und ungünstige Stundenpläne. Konkrete Vorgaben zu Beginn, Ende oder Dauer des Unterrichts enthält der Fahrplan bislang nicht. Die geplanten Beratungen sollen die Belastung der Jugendlichen ebenso berücksichtigen wie die organisatorischen Bedingungen der einzelnen Schulen.

Das vierte Vorhaben gilt Parcoursup, der zentralen digitalen Plattform für Bewerbungen an französischen Hochschulen. Das Verfahren soll transparenter werden. Für zahlreiche Abiturienten entscheidet die Plattform über den Zugang zu Studiengängen; Auswahlkriterien und Rückmeldungen der Hochschulen gelten jedoch vielfach als schwer nachvollziehbar. Änderungen an den eigentlichen Zulassungsregeln hat die Regierung bislang nicht angekündigt.

Schließlich soll die institutionelle Mitsprache der Jugendlichen gestärkt werden. Die Schülerräte der Gymnasien sollen rechtzeitig einberufen und konsultiert werden. Auf ihre Vorschläge sollen Schulleitungen oder zuständige Behörden künftig begründet antworten. Der Plan knüpft damit an bestehende Gremien der schulischen Mitbestimmung an, ohne zusätzliche Vertretungsorgane zu schaffen.

Der Vorstoß folgt auf eine Woche mit Blockaden und Protestaktionen an zahlreichen Schulen. Bildungsminister Édouard Geffray erklärte am Sonntag, am Montag könnten zwischen 400 und 500 der rund 3.700 Gymnasien aus Sicherheitsgründen vollständig oder teilweise geschlossen bleiben. Lecornu verlangt erste Entscheidungen zu den fünf Arbeitsfeldern bis Ende Oktober. Das Reformangebot verbindet die Regierung ausdrücklich mit ihrer Forderung, den regulären Schulbetrieb wiederherzustellen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • La Chaîne Parlementaire
  • Maire info
  • Französisches Bildungsministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels