Paris – 02.10.2026: Die französische Regierung reagiert mit einem schärferen Sicherheitskurs auf die Ausschreitungen im Umfeld der seit dem 21. September laufenden Schülerproteste. Bildungsminister Édouard Geffray wollte am Freitag Vertreter von Schülern und Eltern empfangen. Innenminister Laurent Nuñez wies die Präfekten unterdessen an, entschlossen gegen Gewalt und Sachbeschädigungen vorzugehen. Nach Regierungsangaben blieben am Freitag rund 400 Gymnasien geschlossen.
Anlass für die Verschärfung waren die Vorfälle vom Donnerstag, 1. Oktober. Das Innenministerium meldete 1.949 Festnahmen, überwiegend wegen Gewalt gegen Amtsträger, weiterer Gewalttaten und der Beteiligung an unerlaubten Versammlungen. Nach Behördenangaben wurden 305 Polizisten, Gendarmen und Feuerwehrleute verletzt. Die Zahlen beziehen sich auf einen einzigen Tag; wie viele der Festgenommenen tatsächlich Schüler waren, geht aus ihnen nicht hervor.
Die Regierung trennt inzwischen deutlicher zwischen den bildungspolitischen Forderungen der Bewegung und den Gewalttaten am Rand der Proteste. Ursprünglich richtete sich der Unmut gegen Lehrermangel, unzureichende Ausstattung, bauliche Mängel, Stundenpläne und das Hochschulzulassungsverfahren. Verbreitet wurden die Aufrufe vor allem über soziale Netzwerke. Eine landesweit handlungsfähige Vertretung der heterogenen Bewegung ist bislang nicht erkennbar.
Geffray sagte, die Mobilisierung habe ihren Charakter verändert. Die Exekutive verweist auf Angriffe gegen Schulleitungen, Sicherheitskräfte und Rettungsdienste sowie auf Schäden an Bildungseinrichtungen. In Nantes liefen Ermittlungen zu einem Brand im Eingangsbereich des Lycée Nelson-Mandela. Die Präfektur des Départements Haut-Rhin berichtete zudem von schweren Gegenständen und Feuerwerkskörpern, die bei Aktionen vor Schulen in Mulhouse, Saint-Louis, Colmar und Guebwiller geworfen worden seien.
Nuñez verlangte, Gewalttaten und Beschädigungen im öffentlichen Raum rasch zu unterbinden. Staatliche Zwangsmittel müssten verhältnismäßig eingesetzt werden, dürften die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung jedoch nicht verhindern. Friedliche Proteste sollen nach dem Kurs der Regierung von Angriffen und Brandstiftungen unterschieden werden; gewalttätige Gruppen sollen sich zugleich nicht auf den Charakter der Schülerbewegung berufen können.
Parallel bemüht sich das Bildungsministerium, soziale und finanzielle Konflikte zu entschärfen. Geffray zog den Vorschlag zurück, von Studierenden ohne Stipendium Einschreibegebühren für bestimmte höhere Berufsabschlüsse und Vorbereitungsklassen zu verlangen. Die Maßnahme betrifft nur einen Teil der Forderungen, signalisiert aber Verhandlungsbereitschaft bei konkreten Belastungen im Bildungssystem.
Politisch belastet die Lage die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu. Nach einer Krisensitzung verwies sie auf den Einfluss radikaler linker Gruppen bei einzelnen Ausschreitungen; Vertreter von La France insoumise wiesen dies zurück. Die Justiz muss nun die zahlreichen Festnahmen jeweils nach Tatvorwurf und Beweislage prüfen.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Präfektur Haut-Rhin
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).