Paris – 06.09.2026: Mehr als tausend Menschen haben 2025 in Frankreich eine Entschädigung wegen möglicher Gesundheitsschäden durch Pestizide beantragt. Der Fonds zur Entschädigung von Pestizidopfern verzeichnete laut seinem nun veröffentlichten Jahresbericht 1.044 Anträge. Das waren 6,8 Prozent mehr als 2024 und so viele wie in keinem Jahr seit Einführung des Verfahrens 2020.
Hinter der Rekordzahl stehen überwiegend Menschen, die während ihres Berufslebens mit Pflanzenschutzmitteln in Berührung kamen. 1.024 Anträge stammten von beruflich Exponierten. Nach Angaben des Fonds waren 94 Prozent der Antragstellenden Beschäftigte oder ehemalige Beschäftigte der Landwirtschaft. Besonders häufig vertreten waren Mischbetriebe mit Tierhaltung, der Anbau von Getreide, Hülsenfrüchten und Industriepflanzen sowie der Weinbau.
Viele Betroffene befinden sich inzwischen im Ruhestand; ihr Anteil lag 2025 bei 58,9 Prozent. Der Fonds führt den Anstieg unter anderem auf die Anerkennung von Prostatakrebs in den maßgeblichen Verzeichnissen der Berufskrankheiten zurück. Die Antragstellenden waren überwiegend Männer über 60 Jahre. Die Statistik bildet allerdings vor allem jene Gruppen ab, die das Entschädigungsverfahren bislang erreicht hat.
Zwanzig Anträge betrafen Kinder, die während der Schwangerschaft infolge der beruflichen Pestizidexposition eines Elternteils belastet worden sein könnten. Über diese Fälle entscheidet eine eigene Entschädigungskommission. Sie prüft unter anderem Erkrankungen wie Hirntumoren und Leukämien sowie bestimmte Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen. 2025 entschied die Kommission über elf Fälle und erkannte bei acht von ihnen einen Zusammenhang an.
Bei den beruflich Exponierten wurden 975 vollständige Akten bearbeitet, darunter Verfahren aus dem Vorjahr. Der Fonds verzeichnete 795 positive Entscheidungen, einschließlich 19 stillschweigender Anerkennungen, und 180 Ablehnungen. In komplexen Fällen untersucht ein Fachgremium, ob eine Erkrankung unmittelbar mit der beruflichen Belastung zusammenhängt. Es befasste sich mit 337 Anträgen und damit mit deutlich mehr als 2024.
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit betrug 140 Tage. Dem Bericht zufolge wurden 95,4 Prozent der Verfahren innerhalb der vorgeschriebenen Fristen abgeschlossen. Für die medizinische Prüfung gelten vier Monate, für das zuständige Berufskrankheitengremium acht Monate. Ende 2025 waren noch 350 Anträge anhängig. Bei Kinderfällen beträgt die Frist sechs Monate.
Zugleich wächst der finanzielle Druck. Die Leistungen des über eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel finanzierten Fonds stiegen 2025 auf rund 17,27 Millionen Euro, während die Einnahmen auf etwa 13,61 Millionen Euro sanken. Erstmals seit seiner Gründung musste der Fonds deshalb auf Rücklagen zurückgreifen. Verwaltet wird er von der Zentralen Landwirtschaftlichen Sozialversicherung; die regionale Sozialversicherung MSA Mayenne-Orne-Sarthe bearbeitet die Anträge.
Quellen
- Franceinfo
- Fonds zur Entschädigung von Pestizidopfern: Jahresbericht 2025
- Mutualité sociale agricole
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).