Paris – 18.10.2026: Eine am Sonntag veröffentlichte Reportage von Franceinfo begleitet die Teams des Hôpital Bichat – Claude-Bernard bei einer Herztransplantation. Der Beitrag zeichnet den Weg des Spenderherzens von der Entnahme bis zur Implantation nach. Nachdem das Organ an den Blutkreislauf angeschlossen ist, folgt im Operationssaal ein besonders angespannter Moment: Das medizinische Team beobachtet, ob das Herz seine Tätigkeit wieder aufnimmt.
Die Reportage beschreibt die Transplantation als präzise abgestimmte Arbeit zahlreicher Berufsgruppen. Beteiligt sind Entnahmeteams, die Krankenhauskoordination, Anästhesie, Intensivmedizin, Kardiologie, Herzchirurgie und Pflegepersonal. Ihre Abläufe müssen ohne Verzögerung ineinandergreifen. Nach der Entnahme steht für den Transport und die Implantation nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung; zugleich muss der Empfänger auf den Eingriff vorbereitet werden.
Das Hôpital Bichat im 18. Arrondissement von Paris gehört zum Verbund der Pariser Universitätskliniken. Seine Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie behandelt erwachsene Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Herzens und der Aorta und verfügt über eine eigene Koordination für Herztransplantationen. Medizinisch geleitet wird die Abteilung von Professor Patrick Nataf. Im Team arbeiten Herzchirurgen, Kardiologen, Anästhesisten und Intensivmediziner eng zusammen.
Herztransplantationen zählen zu den aufwendigsten Eingriffen der Transplantationsmedizin. In Frankreich koordiniert die Agentur für Biomedizin die Entnahme und Zuteilung von Organen; sie führt auch die nationale Warteliste. Bei der Vergabe gelten medizinische Kriterien, darunter die Dringlichkeit, die Verträglichkeit zwischen Spender und Empfänger sowie die logistischen Bedingungen des Transports.
Im Jahr 2025 wurden in Frankreich nach Angaben der Agentur 421 Herzen transplantiert, nach 414 im Vorjahr. Insgesamt erreichte die Zahl der Organtransplantationen mit 6.148 einen Höchststand. Dennoch blieb der Bedarf erheblich: Zum 1. Januar 2026 waren landesweit 23.294 Menschen als Wartende registriert, davon 11.642 auf der aktiven Warteliste.
Wie begrenzt das Organangebot ist, zeigen auch die Daten zu möglichen Spendern. Von 3.188 im Jahr 2025 erfassten Personen mit festgestelltem Hirntod kamen 1.590 tatsächlich für eine Organentnahme infrage. Die Widerspruchsquote stieg gegenüber dem Vorjahr auf 37,1 Prozent.
Der Fernsehbeitrag macht damit jene Versorgungskette sichtbar, die gewöhnlich hinter den Türen spezialisierter Kliniken bleibt. Die Operation bildet nur einen Abschnitt: Voraus gehen die Feststellung der Spendereignung, medizinische Prüfungen, die Zuteilung und der Transport; anschließend folgen intensivmedizinische Überwachung und langfristige Nachsorge.
Quellen
- Franceinfo: 13h15 am Sonntag
- Assistance publique – Hôpitaux de Paris
- Agentur für Biomedizin: Bilanz der Organtransplantationen 2025
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).