Paris – 22.09.2026: Bruno Retailleau hat seine rentenpolitischen Pläne für den Fall eines Sieges bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 vorgestellt. Der Vorsitzende der Republikaner will ein Mindestalter von 63 Jahren für den Rentenbeginn einführen. Wer bereits in diesem Alter aus dem Erwerbsleben ausscheidet, müsste nach seinem Konzept einen Abschlag von sieben Prozent je Jahr hinnehmen.
Eine Rente ohne Abschlag soll nach Retailleaus Vorschlag automatisch ab 65 Jahren gezahlt werden. Das soll auch dann gelten, wenn Versicherte die erforderliche Zahl an Beitragsquartalen nicht erreicht haben. Bislang liegt das Alter für eine automatische abschlagsfreie Rente in Frankreich bei 67 Jahren. Wie die Ansprüche im Einzelnen berechnet und welche Übergangsregeln gelten sollen, erläuterte Retailleau zunächst nicht.
Zugleich kündigte er an, die Altersgrenze von 65 Jahren an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln. Steige diese, könne auch das Alter für die automatische Rente ohne Abschlag angehoben werden. Für Beschäftigte in Berufen mit besonders belastenden Arbeitsbedingungen stellte er Ausnahmen in Aussicht. Über die Kriterien dafür wolle er mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden beraten.
Retailleau zufolge soll die Reform das umlagefinanzierte Rentensystem langfristig stabilisieren und binnen fünf Jahren insgesamt 40 Milliarden Euro einsparen. Bei dieser Summe handelt es sich zunächst um eine politische Zielvorgabe. Eine öffentlich zugängliche, detaillierte Finanzierungsrechnung lag am Dienstagabend nicht vor. Offen blieb zudem, wann und in welchen Schritten die geplanten Änderungen in Kraft treten könnten.
Ergänzend schlägt Retailleau einen kapitalgedeckten Vorsorgebaustein für jüngere Generationen vor. Die heutigen Rentnerinnen und Rentner sollen davon nicht betroffen sein. Der Kandidat verbindet das Vorhaben mit einem industriepolitischen Ziel: Französische Unternehmen sollten stärker mit inländischem Kapital finanziert werden und weniger von ausländischen Fonds abhängig sein. Angaben zur Beitragshöhe, zu staatlichen Zuschüssen, Anlageformen und möglichen Risiken machte er nicht.
Die Vorschläge treffen auf ein Rentensystem, dessen Regeln seit dem 1. September 2026 erneut angepasst worden sind. Die weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters aus der Reform von 2023 ist bis 2028 ausgesetzt. Für die Jahrgänge 1964 bis 1968 gelten daher abhängig vom Geburtsdatum Altersgrenzen zwischen 62 Jahren und neun Monaten sowie 63 Jahren und neun Monaten.
Für Menschen des Jahrgangs 1969 und später liegt das gesetzliche Mindestalter derzeit bei 64 Jahren. Retailleaus Konzept könnte diesen Generationen somit einen früheren Rentenbeginn ermöglichen, allerdings um den Preis festgelegter Abschläge vor dem 65. Lebensjahr. Die Vorschläge gehören zu seinem Programm als Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2027; über ihre Umsetzung würden nach einem Wahlsieg auch Parlament und Sozialpartner mitentscheiden.
Quellen
- Franceinfo
- AFP via Boursorama
- Service-Public.fr
- Légifrance
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).