San Mateo – 12.09.2026: Roblox will die auf seiner Plattform entwickelten Spiele aus der eigenen Anwendung lösen. Von Ende 2026 an sollen Kreative ihre Titel als eigenständige Apps für Mobilgeräte, Personal Computer und Konsolen veröffentlichen können. Roblox stellt dafür die technische Infrastruktur und zugehörige Dienste bereit. Noch vor Jahresende soll zudem der direkte Spielstart im Browser Chrome möglich werden, ohne dass Nutzer zuvor eine Anwendung herunterladen müssen.
Bislang werden die Spiele grundsätzlich über die zentrale Roblox-Anwendung aufgerufen. Künftig können Entwickler ihre Angebote unter eigener Bezeichnung verbreiten, während Konten, Infrastruktur und Plattformdienste weiterhin von Roblox stammen. Nach Unternehmensangaben sollen auf Chrome weitere Browser folgen. Der direkte Zugang über die Detailseite eines Spiels soll die Hürde zwischen Entdeckung und erstem Spielstart senken.
Roblox plant außerdem, Online- und Offline-Funktionen innerhalb eines Spiels zu verbinden. Entwickler könnten dadurch etwa Einzelspieler-Kampagnen oder andere Inhalte anbieten, die keine Netzverbindung benötigen. Für eine Plattform, deren Geschäftsmodell bislang stark auf fortlaufender Vernetzung, sozialen Spielwelten und virtuellen Transaktionen beruht, ist das ein erheblicher technischer Schritt. Zugleich öffnet er Roblox für Formate, die sich stärker an klassischen Konsolen- und Computerspielen orientieren.
Auf seiner Entwicklerkonferenz stellte der Konzern weitere Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz vor. Dazu zählen Build, der Scene Generator und neue Funktionen für nicht spielbare Figuren. Mit Build können Nutzer aus einer Texteingabe ein spielbares Projekt erstellen, testen und veröffentlichen. Nach Angaben des Unternehmens entstanden auf diese Weise bereits rund 9.000 veröffentlichte Spiele. 71 Prozent der Entwickler, die das Werkzeug verwendeten, hätten Roblox Studio zuvor nicht genutzt.
Der ebenfalls für 2026 angekündigte Scene Generator soll anhand von Textbefehlen und Referenzbildern funktionsfähige Spielumgebungen erzeugen. Nicht spielbare Figuren sollen künftig außerdem für automatisierte Tests eingesetzt werden können. Die Werkzeuge könnten Entwicklungszeiten verkürzen und kleineren Teams Produktionen ermöglichen, für die bislang größere technische Ressourcen nötig waren.
Die Öffnung der Vertriebswege ist zugleich Teil einer wirtschaftlichen Strategie: Roblox will mehr Entwickler gewinnen, ihr Angebot verbreitern und seinen Anteil am weltweiten Geschäft mit Spieleinhalten ausbauen. Im vergangenen Quartal zählte das Unternehmen nach eigenen Angaben durchschnittlich 123 Millionen tägliche Nutzer, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Spielebesuche sei binnen Jahresfrist um 55 Prozent gestiegen. Über das Auszahlungsprogramm Developer Exchange erhielten Kreative rund 1,7 Milliarden US-Dollar, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Langfristig will Roblox zehn Prozent der weltweiten Erlöse mit Spieleinhalten über sein Ökosystem abwickeln.
Quellen
- Franceinfo
- Roblox Developers Conference 2026
- Reuters
- Roblox Entwicklerdokumentation
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).