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Roquefort feiert 100 Jahre AOP – ein Fest für den Käse, Kultur und Zukunft

Ein Dorf. Ein Käse. Und eine Geschichte, die über Jahrhunderte hinweg Menschen begeistert. Roquefort-sur-Soulzon im Süden Frankreichs feiert 2025 ein Ereignis, das seinesgleichen sucht: den 100. Jahrestag der geschützten Ursprungsbezeichnung (AOP) für den legendären Roquefort-Käse. Ein Jahrhundert voller Tradition, Handwerkskunst – und einer Prise Magie. Vom Hirtenfund zur Käsedynastie Der Roquefort-Käse ist nicht einfach nur…

Roquefort Coulet (Wikipedia)

Ein Dorf. Ein Käse. Und eine Geschichte, die über Jahrhunderte hinweg Menschen begeistert. Roquefort-sur-Soulzon im Süden Frankreichs feiert 2025 ein Ereignis, das seinesgleichen sucht: den 100. Jahrestag der geschützten Ursprungsbezeichnung (AOP) für den legendären Roquefort-Käse. Ein Jahrhundert voller Tradition, Handwerkskunst – und einer Prise Magie.

Vom Hirtenfund zur Käsedynastie

Der Roquefort-Käse ist nicht einfach nur ein Käse. Er ist Mythos, Identität und Kulturgut zugleich. Bereits im Jahr 1070 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Und laut einer alten Legende war es ein junger Hirte, der durch einen Zufall – oder war es Schicksal? – den Grundstein für diese Delikatesse legte. Er ließ seinen Proviant in einer Höhle zurück, kehrte später zurück und entdeckte dort den ersten blau-weiß marmorierten Käse.

Die geologischen Bedingungen des Combalou-Berges mit seinen sogenannten „Fleurines“ – natürliche Lüftungskanäle – sorgen seit jeher für das einzigartige Klima, das der Reifung des Roquefort seine charakteristische Note verleiht.

Hergestellt wird er ausschließlich aus der rohen Milch der Lacaune-Schafe. Die Weidegebiete sind exakt definiert, die Reifung darf nur in den Höhlen von Roquefort erfolgen – kein bisschen Spielraum. Und genau das wurde am 26. Juli 1925 gesetzlich abgesegnet. Seitdem ist „Roquefort“ kein beliebiger Name mehr, sondern eine geschützte Herkunftsbezeichnung – die erste ihrer Art in Frankreich.

Feiern mit Geschmack – das Jubiläumsjahr 2025

Ein Jahrhundert Roquefort – das muss gefeiert werden! Und zwar nicht nur mit Worten, sondern mit einem Feuerwerk an Veranstaltungen. Der Höhepunkt: „Roquefort en fête“ am 7. und 8. Juni. Zwei Tage voller Musik, Kulinarik, Drohnenshows und echter Begegnungen mit den Menschen hinter dem Käse. Das kleine Dorf verwandelte sich in eine große Bühne für das „blaue Gold“ aus den Pyrenäen.

Und als wäre das nicht schon genug, kommen auch kulinarische Größen wie Sébastien Bras, Michel Sarran und Nina Métayer, um den Roquefort kreativ in Szene zu setzen. Von feinen Häppchen bis zu gewagten Neukreationen – hier wird gezeigt, was Roquefort alles kann.

Für das kommende Jahr ist auch die Eröffnung der „Maison du Roquefort“ geplant – ein Zentrum, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieses einzigartigen Produkts miteinander verknüpfen wird. Eine Art Schaufenster ins Herz des Roquefort-Landes.

Ein Käse im Wandel der Zeit

Doch so fest der Roquefort in der französischen Seele verankert ist – die Herausforderungen bleiben nicht aus. Der Absatz sinkt, vor allem bei jüngeren Konsumenten. Die Essgewohnheiten ändern sich, Käseplatten sind nicht mehr das Nonplusultra am Abendtisch, und im Kühlregal locken zahlreiche Alternativen.

Die Antwort? Innovation. Neue Rezepte, moderne Kommunikationsstrategien, gezielte Ansprache der „Next Generation“. Roquefort auf der Pizza, im Burger oder als cremiger Begleiter in Pasta-Gerichten – plötzlich wird der Käse wieder cool.

Zudem setzen viele kleine Produzenten auf handwerkliche Qualität, Direktvermarktung und Nähe zum Konsumenten. Ein klarer Gegenpol zur industriellen Massenware – und ein echter Hoffnungsschimmer.

Ein Schatz, den man nicht vergisst

Der Roquefort ist mehr als ein Produkt – er ist ein kulturelles Gedächtnis. Seine Höhlen erzählen Geschichten, seine Aromen wecken Erinnerungen. Und gerade in einer Zeit, in der viele Produkte austauschbar geworden sind, erinnert der Roquefort daran, wie kostbar echtes Handwerk und gelebte Tradition sind.

Kann man einen Käse wirklich feiern wie einen alten Freund?

Unbedingt.

Denn mit jedem Bissen Roquefort schmeckt man nicht nur Frankreich – man schmeckt auch ein ganzes Jahrhundert Geschichte.

Von C. Hatty

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